Eine Hochzeit während des Dreißigjährigen Krieges

Thursday, September 9, 2021

Der 9.9. ist in Deutschland ein beliebter Hochzeitstermin und so blicken wir heute auf eine ganz besondere Hochzeit, die inmitten des Dreißigjährigen Krieges stattfand: Am 1. April 1627 heiratete Georg II., Landgraf von Hessen-Darmstadt (1605-1661) Sophie Eleonore von Sachsen (1609-1671), Tochter des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen (1585-1656).

Im Rahmen der Hochzeit wurde das Schauspiel Dafne von Martin Opitz (1597-1639) aufgeführt, zu dem Heinrich Schütz (1585-1672) einige musikalische Nummern beitrug. Noch heute geistert das Werk als “erste deutsche Oper” durch die Literatur, wenngleich es dieses Attribut zu Unrecht trägt. Die Musik ist leider im Dreißigjährigen Krieg verloren gegangen.

Erhalten geblieben ist jedoch ein anderes Werk, das im Rahmen dieser Hochzeit entstand: Eine Sammlung 1-3stimmiger Villanellen des kurfürstlichen Kammermusikers Johann Nauwach (ca. 1595-nach 1645). Nauwach, unter anderem ein Schüler von Heinrich Schütz, war als Lautenist Mitglied der Dresdener Hofkapelle. Die Villanellen orientieren sich am Vorbild italienischer Monodien mit Generalbassbegleitung, die Texte stammen von Martin Opitz oder sind Übersetzungen italienischer Vorlagen. Die Sammlung ist somit der erste Druck deutschsprachiger Continuolieder.

Abbildung: Titelblatt der Teutschen Villanellen von Johann Nauwach. Exemplar in D-Dl Mus.1499.G.1.

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