<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" ><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.4.1">Jekyll</generator><link href="https://rism.info/de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://rism.info/de/" rel="alternate" type="text/html" /><updated>2026-08-18T13:11:51+00:00</updated><id>https://rism.info/feed.xml</id><title type="html">Répertoire International des Sources Musicales</title><subtitle>Répertoire International des Sources Musicales – The organization, founded in Paris in 1952,  is the largest and only global operation that documents written musical sources.</subtitle><entry xml:lang="de"><title type="html">Die europäischen Kulturhauptstädte 2026</title><link href="https://rism.info/de/events/2026/08/06/European-Capitals-of-Culture-2026.html" rel="alternate" type="text/html" title="Die europäischen Kulturhauptstädte 2026" /><published>2026-08-06T00:00:00+00:00</published><updated>2026-08-06T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/events/2026/08/06/European-Capitals-of-Culture-2026</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/events/2026/08/06/European-Capitals-of-Culture-2026.html"><![CDATA[<p>Auch in diesem Sommer erscheint an dieser Stelle ein kleiner Hinweis auf die diesjährigen europäischen Kulturhauptstädte. Die Gastgeber sind in diesem Jahr Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei. Mit einem vielfältigen Programm adressieren sie ganzjährig jeweils ein besonderes Thema und geben ihre jeweiligen kulturellen Besonderheiten einen besonderen Auftritt.</p>

<p>Die Kulturhauptstadt Oulu setzt sich zusammen aus der westfinnischen Großstadt Oulu und 39 weiteren Gemeinden. Oulu ist die am weitesten nördlich gelegene Großstadt innerhalb der Europäischen Union und die fünftgrößte Stadt Finnlands. Der Verbund hat sich als Motto „Cultural Climate Change“ gesetzt. Das musikalische <a href="https://oulu2026.eu/en/programme/culture-programme/" target="_blank">Kulturprogramm</a> richtet sich vorwiegend auf die Gegenwart und die jüngere Vergangenheit. Der schreiende Männerchor (Mieskuoro Huutajat) sowie das Rockfestival Qstock durften 2026 nicht fehlen, in diesen Tagen steht aber die Kammermusik im Fokus, dank des Festivals <a href="https://oulunsalosoi.fi/en/" target="_blank">Oulunsalo Soi</a>. Zu einiger Berühmtheit hat es die alljährliche Luftgitarren-Weltmeisterschaft gebracht, die in diesem Jahr am 28./29.08.2026, im Rahmen des <a href="https://oulu2026.eu/en/event/?localhub_page_id=68628501b9eadc6f1cc54c78&amp;localhub_origin_widget_id=68ade7e1ca34b90c140357cd" target="_blank">Delta Life Grand Finale</a> stattfindet.</p>

<p>Die Stadt Trenčín liegt im Nordwesten der Slowakei und in Grenznähe zu Tschechien. Sie weist eine bis in die Steinzeit zurückreichende Geschichte auf. Ihren Namen hat die Stadt von der mittelalterlichen Burg, die auf einem Hügel thront und weithin sichtbar ist. Das Kulturprogramm steht unter dem Motto <a href="https://www.trencin2026.eu/en/home/" target="_blank">„Neugier“</a> und stellt Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft her, zwischen Menschen und zwischen Fantasie und Realität. Ein anstehendes Highlight ist das Konzert des <a href="https://www.trencin2026.eu/en/podujatie/perchta-cz-concert-choir-of-the-city-of-cesky-krumlov/" target="_blank">Perchta Chors aus Český Krumlov</a> in der Piaristenkirche, aber auch das seit 80 Jahren bestehende <a href="https://www.trencin2026.eu/en/podujatie/80th-anniversary-edition-music-summer/" target="_blank">Sommer-Klassikerfestival</a> bietet einige interessante Events im Kursalon an.</p>

<p>Beide Kulturhauptstädte sind bereits in der RISM-Datenbank vertreten und wir hoffen, dass wir in Zukunft weitere Personen und Werke verzeichnen können, die Oulu und Trenčín und ihren Bezug zu Musikquellen stärker hervortreten lassen.</p>

<p>In Bezug auf Oulu erscheint Amalie Classàn als Widmungsträgerin auf einer Abschrift, die Charles Schwencke von seinen <em>Six Divertissemens en forme de Marches pour le Piano à quatre mains, Op. 60</em> (<a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism452011120" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/452011120" target="_blank">RISM Online</a>) angefertigt hatte. Weiterhin ist der Komponist Erik Tulindberg zu nennen, der einige Jahre in Oulu lebte. Das Violinkonzert B-Dur Op. 1,1 (<a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism190023371" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/190023371" target="_blank">RISM Online</a>), ist aber wahrscheinlich schon vor Tulindbergs Zeit in Oulu entstanden. Der dritte im Bunde ist der aus Oulu gebürtige Geistliche Frans Michael Franzén, der als Textdichter eines lappländischen Liedes in Erscheinung trat (<a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism1001335923" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/1001335923" target="_blank">RISM Online</a>).</p>

<p>Für Trenčín sind in RISM verschiedene Abschriften und Autographen aus Pfarrkirchen und dem Piaristenkloster verzeichnet (<a href="https://opac.rism.info/rism/Search/Results?lookfor=Tren%C4%8D%C3%ADn" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/search?q=trencin&amp;mode=sources&amp;page=1&amp;rows=100" target="_blank">RISM Online</a>). Es zeigt sich an ihnen ein kleiner Ausschnitt der älteren Musikgeschichte der Stadt, wobei die Musikalien mittlerweile in Institutionen außerhalb der Stadt abgegeben wurden. Zu nennen wären etwa ein Offertorium des Tschechen Tobiáš František Fučik, zwei Litaneien des Österreichers Amandus Ivanschiz, jeweils eine Messe des deutschen Benediktinermönchs Franz Bühler, von Peter von Winter und Vicenzo Righini. Weiterhin entstand in Trenčín das Autograph von Anton Seleckýs <em>Smutné oči krásne oči</em> für Singstimme und Klavier (1938).</p>

<p>Bild: Frans Mikael Franzén, Poet, Bischof. <a href="https://collection.nationalmuseum.se/sv/collection/item/36162/" target="_blank">Gemälde von Lars Svensson Sparrgren</a>. Rechtehinweis: Per-Åke Persson (Fotograf) / Nationalmuseum, CC-Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de" target="_blank">CC BY-SA- 4.0</a></p>]]></content><author><name></name></author><category term="events" /><summary type="html"><![CDATA[Auch in diesem Sommer erscheint an dieser Stelle ein kleiner Hinweis auf die diesjährigen europäischen Kulturhauptstädte. Die Gastgeber sind in diesem Jahr Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei. Mit einem vielfältigen Programm adressieren sie ganzjährig jeweils ein besonderes Thema und geben ihre jeweiligen kulturellen Besonderheiten einen besonderen Auftritt.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-08/Sparrgren_Franz%C3%A9n_NMB_2482_Nationalmuseum.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-08/Sparrgren_Franz%C3%A9n_NMB_2482_Nationalmuseum.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Der GND-Editor und die Werkebene in RISM</title><link href="https://rism.info/de/electronic_resources/2026/07/24/GND-Editor.html" rel="alternate" type="text/html" title="Der GND-Editor und die Werkebene in RISM" /><published>2026-07-24T00:00:00+00:00</published><updated>2026-07-24T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/electronic_resources/2026/07/24/GND-Editor</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/electronic_resources/2026/07/24/GND-Editor.html"><![CDATA[<p><em>Den folgenden Beitrag stellten uns freundlicherweise Alexander Faschon und Desiree Mayer zur Verfügung. Beide sind angestellt bei der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), wo sie die musikwissenschaftlichen Projekte innerhalb des NFDI4Culture-Konsortiums betreuen.</em></p>

<p>Seit Anfang 2026 ist eine neue Komponente in Muscat fertiggestellt: Der GND-Editor zum Erstellen von GND-Werknormsätzen. Hervorgegangen aus einer Kooperation zwischen dem RISM Digital Center, der Deutschen Nationalbibliothek und dem Konsortium <a href="https://nfdi4culture.de/de/index.html" target="_blank">NFDI4Culture</a>, markiert der Editor für RISM eine wichtige Station auf dem Weg der Normdatenanbindung. Das neue Tool erlaubt das Anlegen von GND (Gemeinsame Normdatei) -Normsätzen zu Werken der Musik aus Muscat heraus. Die folgenden Ausführungen skizzieren die technischen Eigenschaften des GND-Editors und ordnen ihn in die aktuellen RISM-Aktivitäten rund um die Werkebene ein.</p>

<p><strong>Layout und Workflow</strong></p>

<div class="float-">
    
    <img src="/images/news/2026-07/Screenshot_Layout_GND_Editor.jpg" />
    
</div>

<p>Der GND-Editor ist vollständig in Muscat eingebettet – das Layout der Datenmaske ist bekannt, so gestaltet sich der Zugang für Muscat-Erfahrene niedrigschwellig und nutzerfreundlich. Die Datenstruktur entspricht derjenigen eines GND-Werknormsatzes; zu jedem einzelnen Feld existieren daher ausführliche Hilfetexte. Der Schreibzugriff beschränkt sich auf Werke der Musik, Personen oder weitere Entitäten in der GND können mit diesem Tool nicht erstellt werden. Das Bearbeiten von bestehenden Datensätzen ist aus redaktionellen und qualitativen Gründen lediglich eingeschränkt möglich. Zur Absicherung der erforderlichen Datenqualität ist eine Einweisung in die Arbeit mit dem Editor zu absolvieren, die das Team von NFDI4Culture/SLUB Dresden (Desiree Mayer und Alexander Faschon) anbietet.</p>

<p>Voraussetzung für das Anlegen eines Werknormsatzes via GND-Editor ist, dass das Werk noch nicht als Werknormsatz in der GND existiert. Ein eingegebener Datensatz wird beim Abspeichern direkt in der GND gesichert. Bei unvollständig oder nicht regelkonform befüllten Datenmasken verhindert eine Warnmeldung das Abspeichern. Erst nach Korrektur kann der Werknormsatz gespeichert werden. Nach erfolgreichem Speichern erhält der Datensatz sofort eine GND-ID, die Katalogisierende in Muscat wiederum als Worknode (s. u.) nachnutzen können.</p>

<p>Mit diesem singulären Zugriff auf die GND ist Wichtiges für die deutschsprachige musikwissenschaftliche Community erreicht. Zugleich ist der GND-Editor ein Element der neu geschaffenen Werkebene in RISM: Diese umfasst neben dem Editor auch Worknodes, Werktitel und die Möglichkeit, <a href="https://rism.info/de/rism_digital_center/2026/04/30/two-born-digital-thematic-catalogs.html" target="_blank">Werkverzeichnisse</a> über Muscat anzulegen.</p>

<p><strong>Worknodes</strong></p>

<div class="float-">
    
    <img src="/images/news/2026-07/Screenshot_Worknode_1336.jpg" />
    
</div>

<p>Ein Worknode ist ein Datensatz für ein musikalisches Werk in Muscat, der als Knotenpunkt für die zu diesem Werk gehörenden Quellen dient.</p>

<p>Voraussetzung für die Erstellung eines Worknodes ist ein entsprechender Werknormsatz in einer Normdatei, dessen ID der Worknode als externe Referenz mit sich führt (nicht zu verwechseln mit der Muscat-internen Worknode-ID). Allen bisher bestehenden Worknodes liegen Datensätze der GND zugrunde.</p>

<p>Jeder Worknode repräsentiert den GND-Werknormsatz der betreffenden Komposition in basaler Form: Werktitel (ggf. Untertitel bzw. Teiltitel), Name und Lebensdaten des Komponisten. Diese werkbezogenen Daten werden bei der Generierung eines Worknodes mittels einer in Muscat implementierten Suchfunktion automatisch aus der GND übernommen.</p>

<p>Funktion eines Worknodes ist die Zusammenführung von RISM-Quellen, die das gleiche Werk repräsentieren, unter einem Identifikator. Zu einem Werk gehörende Quellen können über das Feld 913 in Muscat direkt an den Worknode angeschlossen werden. Quellen, die mit der Werkebene verknüpft sind, können über RISM Online durch die Eingabe der GND-ID via “Create a query” abgefragt werden. Das Suchergebnis listet alle zusammengehörigen Quellen auf.</p>

<p><strong>Werktitel</strong></p>

<div class="float-">
    
    <img src="/images/news/2026-07/Screenshot_Work_Mendelssohn_Paulus.jpg" />
    
</div>

<p>Das andere Werknormdatenmodul, “Werktitel”, basiert auf Werkverzeichniseinträgen in den Quellendatensätzen von RISM. Genau wie Worknodes dienen auch die Werktitel dazu, Quellen zu einem Werk zu bündeln. Sie gehen aber in ihrem Informationsgehalt über Worknodes hinaus. So beinhalten sie beispielsweise Incipits zur Disambiguierung sowie umfassende Werkinformationen und bilden die wissenschaftlich erarbeiteten Strukturen der jeweiligen Werkkataloge ab. Ein erheblicher Teil der Werktitel wurde automatisch aus den entsprechenden Quelldatensätzen generiert, bevor sie manuell überprüft und bearbeitet wurden.</p>

<p>Während die Werktitel jenes kanonisierte Repertoire repräsentieren, das sich in vorhandenen Werkverzeichnissen niederschlägt, stellen Worknodes die Möglichkeit dar, Knotenpunkte auch für Werke zu schaffen, die weder über einen großen Bekanntheitsgrad noch über einen Eintrag in einem Werkverzeichnis verfügen. Werktitel sollen den Nutzenden als Referenz-IDs auch zur externen Nutzung zur Verfügung sehen; Worknodes hingegen sind von außen nur über die GND-ID referenzierbar.</p>

<p>Mit der Implementierung der Werkebene verbessert sich die Auswertbarkeit und Anschlussfähigkeit von RISM-Daten erheblich: Über die mitgeführten GND-IDs ist RISM mithin auch anschlussfähig an andere Datenhubs wie etwa das Repositorium <a href="https://performance.musiconn.de" target="_blank">musiconn.performance</a>, das ebenfalls GND-Werk-IDs mitführt. Auch für die Suche in übergeordneten Systemen – wie dem NFDI4Culture-Knowledge Graphen oder anderen internationalen LOD-Initiativen – ist eine Normdaten-ID essentiell, da Informationen zu Werken damit gebündelt werden.</p>

<p>Durch die Werkebene erhöht sich das musikwissenschaftliche Forschungspotential signifikant, so zum Beispiel in den Bereichen der Netzwerk-, Transfer- oder Rezeptionsstudien. RISM entwickelt sich also weiter: vom bibliothekarischen Nachweissystem für Quellen zum Datenhub.</p>]]></content><author><name>Alexander Faschon und Desiree Mayer</name></author><category term="electronic_resources" /><summary type="html"><![CDATA[Den folgenden Beitrag stellten uns freundlicherweise Alexander Faschon und Desiree Mayer zur Verfügung. Beide sind angestellt bei der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), wo sie die musikwissenschaftlichen Projekte innerhalb des NFDI4Culture-Konsortiums betreuen.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-07/logos_untereinander.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-07/logos_untereinander.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Zum 150. Todestag eines der produktivsten Musiker Mexikos</title><link href="https://rism.info/de/musical_anniversaries/2026/07/09/Gomez-150th-anniversary.html" rel="alternate" type="text/html" title="Zum 150. Todestag eines der produktivsten Musiker Mexikos" /><published>2026-07-09T00:00:00+00:00</published><updated>2026-07-09T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/musical_anniversaries/2026/07/09/Gomez-150th-anniversary</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/musical_anniversaries/2026/07/09/Gomez-150th-anniversary.html"><![CDATA[<p>Nur wenige Musiker prägten im 19. Jahrhundert das Musikleben Mexikos auf so vielfältige Weise wie José Antonio Gómez y Olguín (1805–1876). Als Komponist, Interpret, Pädagoge, Herausgeber, Verleger und Kulturunternehmer zählt er zu den einflussreichsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Die Wiederentdeckung und Katalogisierung der erhaltenen Original-Quellen von Gómez hat unser Verständnis über eine wichtige Epoche der mexikanischen Musikkultur erheblich erweitert und ein Repertoire ans Licht gebracht, das noch vor einer Generation weitgehend unbekannt war.</p>

<p> </p>

<p>Wir beginnen mit einem im Jahr 1840 veröffentlichten Porträt, das einen gut gekleideten Musiker zeigt. Es erschien als Illustration zu einer umfassenden Biografie – verfasst in der dritten Person und dazu gedacht, Gómez dem Musikpublikum der mexikanischen Hauptstadt vorzustellen. Der Stahlstich (in dieser Region zu dieser eher ungewöhnlich) spiegelt seinen hohen sozialen Status wider. Das Porträt zeigt vermutlich eine große Ähnlichkeit mit der Erscheinung des jungen Musikers, und die Betonung der Details seines Gesichts und seiner Kleidung unterstreicht seinen sozioökonomischen Status. Gómez war zu diesem Zeitpunkt erst 35 Jahre alt.</p>

<div class="float-">
    
    <img src="/images/news/2026-07/Gomez_Portrait_1840.jpg" />
    
</div>

<p><small>Porträt von José Antonio Gómez, veröffentlicht in Mariano Galváns <em>Calendario de las señoritas megicanas para el año bisiesto de 1840</em> (Mexiko: Librería del Editor, 1840), Exemplar der Universidad Autónoma de Nuevo León, Signatur AY19. C3 1840 <a href="http://cdigital.dgb.uanl.mx/la/1080023262/1080023262.html">online verfügbar</a>.</small></p>

<p>Gómez wurde 1805 in Mexiko-Stadt geboren. Schon in jungen Jahren erhielt er bei seinem Vater Musikunterricht. Bekannt als <em>el niño Gómez</em> („der kleine Gómez“), erlangte er sowohl für sein Klavierspiel als auch für seine Stimme Anerkennung; insbesondere als Sänger wurde er in verschiedenen Kirchen engagiert. Bereits im Alter von 10 Jahren komponierte Gómez und erregte damit die Aufmerksamkeit verschiedener Zeitgenossen, die sein früh entwickeltes musikalisches Talent lobten.</p>

<p>Eine wegweisende Erfahrung war Gómez’ Begegnung mit dem berühmten spanischen Tenor Manuel García, der die Rolle des Almaviva in Rossinis Oper <em>Il Barbiere di Siviglia</em> inspiriert hatte. Sein Aufenthalt in Mexiko-Stadt brachte den jungen Gómez, der damals Anfang 20 war, mit Berufsmusikern und Aufführungspraktiken in Berührung, die seine spätere Karriere beeinflussen sollten.</p>

<p>In den 1830er und vor allem in den 1840er Jahren hatte sich Gómez als eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Mexiko-Stadt etabliert. Seine richtungsweisenden Aktivitäten reichten von Privatunterricht über Konzertauftritte bis hin zu Veröffentlichungsprojekten, die für die gebildeten Kreise Mexikos konzipiert wurden. Zu den wichtigsten zählen:</p>

<p><strong>1832</strong> <em>Gramática Razonada Musical</em>
Obwohl Gómez’ Werk weitgehend auf Federico Morettis gleichnamige Abhandlung zurückgeht, ist es dennoch von Bedeutung, da es zu den frühesten mexikanischen musiktheoretischen Veröffentlichungen zählt, die gedruckte Musikbeispiele enthalten, was die wachsende Rolle des Druckwesens bei der Verbreitung musikalischen Wissens verdeutlicht. Ein Exemplar von Gómez’ Abhandlung wird in der <a href="https://librarysearch.library.utoronto.ca/nde/fulldisplay?query=Gramatica%20Razonada&amp;tab=Everything&amp;search_scope=UTL_AND_CI&amp;vid=01UTORONTO_INST:UTORONTO_NDE&amp;lang=en&amp;docid=alma991105914861906196&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;context=L&amp;isFrbr=false&amp;isHighlightedRecord=false&amp;state=#nde.getit.locations">Music Library Rare Book Collection der University of Toronto</a> aufbewahrt.</p>

<p><strong>1839</strong> <em>Prospecto y Reglamento de la Gran Sociedad Filarmónica y Conservatorio Mexicano de las Ciencias y Bellas Artes</em><br />
Diese Veröffentlichung warb für Gómez’ ehrgeiziges Konservatoriumsprojekt und spiegelt seine Überzeugung wider, dass die musikalische Bildung für den kulturellen Fortschritt der Nation von entscheidender Bedeutung sei. Leider existierte sein eigenes Konservatorium nur für kurze Zeit.</p>

<p><strong>1840</strong> die oben erwähnte Biografie von Gómez</p>

<p><strong>1841</strong> <em>Variaciones sobre el tema del Jarabe Mejicano</em>
Ein Variationszyklus, der auf einem der beliebtesten traditionellen Tänze Mexikos basiert, dem Jarabe, der Ende des 18. Jahrhunderts der Zensur durch die spanische Inquisition unterlag. Seine Texte enthielten oft offene Kritik an der Autorität der Kirche, was ihn zu einem starken Symbol des Widerstands während des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges machte. Die Weltpremiere-Aufnahme dieses virtuosen Werks kann <a href="https://www.youtube.com/watch?v=fukc9lDacGM&amp;list=RDfukc9lDacGM&amp;start_radio=1">online abgerufen werden</a>.</p>

<p><strong>1843</strong> <em>Instructor Filarmónico. Nuevo Método para piano</em>
Wie bei Gómez’ <em>Gramática Razonada Musical</em>, ist der theoretische Teil dieser Abhandlung nicht vollständig eigenständig entstanden, denn Gómez stützte sich auf die Arbeiten des spanischen Musiktheoretikers Josef Joaquín de Virués y Spínola (1770–1840). Dennoch spiegelt der <em>Instructor Filarmónico</em> Gómez’ Bemühungen wider, durch Druckveröffentlichungen den Zugang zu musikalischer Bildung zu fördern. Eine digitale Kopie ist im <a href="https://archive.org/details/b14817871/mode/2up?">Internet Archive</a> verfügbar.</p>

<p><strong>1843</strong> <em>Instructor Filarmónico. Periódico Semanario Musical</em>
Während die Herausgabe und die Veröffentlichung von Werken anderer Komponisten in Europa gängige Praxis waren, kommt Gómez’ Bemühungen in Mexiko eine besondere Bedeutung zu. Der erste Band stellte einer Gesellschaft, die nach dem Krieg ein wachsendes Interesse am häuslichen Musizieren zeigte, ein abwechslungsreiches musikalisches Repertoire vor. Insbesondere mit dieser Publikation trug Gómez zur Entstehung eines über den traditionellen kirchlichen und professionellen Bezugsrahmen hinausreichenden musikalisch gebildeten Milieus bei. Im Internet Archive kann man <a href="https://archive.org/details/b26225402/mode/2up">diese Veröffentlichung</a> ebenfalls einsehen.</p>

<p><strong>1844</strong> <em>Instructor Filarmónico</em> Fortsetzung
Der zweite Band erweitert das musikalische Repertoire. Von den insgesamt 35 Werken stammen 13 aus Opern, während sich der Rest aus 9 Walzern, 4 Cuadrillas (ein traditioneller spanischer Tanz), 3 Liedern, 2 Variationszyklen, 1 Jota, 1 Rondo, 1 Ouvertüre und 1 Barcarolle zusammensetzt. Die Auswahl verdeutlicht Gómez’ Bestreben, ein Gleichgewicht zwischen europäischem Repertoire, insbesondere der italienischen Oper, und Werken mexikanischer Komponisten herzustellen.</p>

<table>
  <tbody>
    <tr>
      <td>NATIONALITÄT</td>
      <td>ANZAHL DER WERKE</td>
      <td>NAME</td>
      <td>ANZAHL DER WERKE</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Italienisch</td>
      <td>13</td>
      <td>Donizetti, Gaetano</td>
      <td>7</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Mercadante, Saverio</td>
      <td>2</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Bellini, Vincenzo</td>
      <td>2</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Rico, Luigi</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Bertini, Henri</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Mexikanisch</td>
      <td>12</td>
      <td>Gómez, José Antonio</td>
      <td>7</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Gómez, Alejandro</td>
      <td>2</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Baca, Luis</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Patiño, Pablo</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Covarrubias, Manuel</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Deutsch</td>
      <td>2</td>
      <td>Strauss, Johann</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Prixis, Peter</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Spanisch</td>
      <td>2</td>
      <td>García, Manuel</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Cabrera, Paulina</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Französisch</td>
      <td>2</td>
      <td>Mussard, Philippe oder Alfred?</td>
      <td>2</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>Österreichisch</td>
      <td>1</td>
      <td>Herz, Henri</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td>unbekannt</td>
      <td>3</td>
      <td>Lucrecia (?)</td>
      <td>1</td>
    </tr>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
      <td>Name unbekannt</td>
      <td>2</td>
    </tr>
  </tbody>
</table>

<p><strong>1844</strong> <em>El Inspirador Permanente. Gran método de música vocal</em>
Diese Abhandlung entstand unter Rückgriff auf Lehrwerke von Nicola Vaccai und Marco Bordogni. Sie verdeutlicht Gómez’ anhaltendes Interesse an der Gesangspädagogik und Verbreitung europäischer Unterrichtstechniken in ganz Mexiko. Auch in diesem Fall ist ein Digitalfaksimile dieser Abhandlung im <a href="https://archive.org/details/b14913653">Internet Archive</a> zu finden.</p>

<p>Zusammengenommen zeigen diese Veröffentlichungen, wie sich die Druckpublikation in den Jahrzehnten nach dem erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg zu einem wichtigen Medium entwickelte, um Aufführungspraxis, musikalische Bildung und musikalisch-kulturelle Identität zu prägen. Mit pädagogischen Abhandlungen, Repertoire-Sammlungen und Bildungsinitiativen strebte Gómez an, den Zugang zu musikalischem Wissen zu erweitern und die Musikkultur im Mexiko des 19. Jahrhunderts zu stärken.
Und das ist noch nicht alles. Von Gómez’ zahlreichen geistlichen und weltlichen Kompositionen seien hier nur zwei genannt:</p>

<p><em>Pieza Histórica sobre la Independencia de La Nación Mexicana</em>
Ein programmatisches Werk, das wertvolle Einblicke in die Rolle der Musik bei der Herausbildung der nationalen Identität gestattet. Gómez verwandelt eine politische Erzählung in eine Folge von 52 kurzen musikalischen Sätzen und eine abschließende Hymne, die Mexikos Kampf um die Unabhängigkeit zum Ausdruck bringen. Das einzige derzeit bekannte vollständige Druckexemplar ist als Satz von vier gebundenen Stimmen in der Real Biblioteca in Madrid, Spanien, erhalten. Besonders eindrucksvoll ist der Eröffnungssatz, der auf Taktstriche verzichtet und einen freien Klaviersatz verwendet, um Unsicherheit und Vorfreude seines militärischen Protagonisten widerzuspiegeln. Eine offene Frage wirft die mit „C. H. ♮“ gekennzeichnete Druckplatte auf – eine Abkürzung, die noch nicht identifiziert werden konnte.</p>

<table>
  <tbody>
    <tr>
      <td> </td>
      <td> </td>
    </tr>
    <tr>
      <td><img src="/images/news/2026-07/Pieza_TITLE_PAGE.jpg" alt="" /></td>
      <td><img src="/images/news/2026-07/Pieza_FIRST_PAGE.jpg" alt="" /></td>
    </tr>
  </tbody>
</table>

<p><small>Titelblatt und erste Seite der Klavierstimme aus „Pieza Histórica“ von Gómez y Olguín. Mit freundlicher Genehmigung der Real Biblioteca del Palacio (<a href="https://rism.online/institutions/30001387">E-Mp</a>), Signatur <a href="https://realbiblioteca.patrimonionacional.es/cgi-bin/koha/opac-detail.pl?biblionumber=81210&amp;query_desc=DIG%2FMUS%2F978_B">MUS/978</a></small></p>

<p><em>Partitura Originál | del Te Deum Laudamus | à 4, Voces, 2, Violines, 2, Violas, | oboé, 2, Flautas, 2, Clarinetes, | 2 Trompas, Fagot, Timbales, | Órgano obligado, Bajo | órgano y Bajo | continuo | Compuesto por | J. Ant.o Gómez. | En Mej.co Año de 1835.</em>
Das Te Deum zeigt Gómez’ Fähigkeit, unter Zeitdruck an einer groß angelegten Komposition zu arbeiten. Er berichtete, er habe „nur zweieinhalb Tage“ gebraucht, um dieses Werk zu Ehren des Präsidenten zu schreiben, der nach einer siegreichen Schlacht in die Kathedrale von Mexiko-Stadt eingeladen worden war. Der Erfolg dieses Werks trug dazu bei, dass Gómez eine der führenden musikalischen Positionen an der Kathedrale von Mexiko-Stadt erhielt. Es wurde 1840 anlässlich der Weihe des ersten mexikanischen Erzbischofs erneut aufgeführt – ein feierliches Ereignis, das in einem [Brief der Marquise Frances Erskine Inglis Calderón de la Barca] (https://www.aspresolver.com/aspresolver.asp?BWLD;S4426;parent) aus dem Jahr 1842 ausführlich beschrieben wird. Das Te Deum wurde kürzlich auch im Rahmen eines Konzerts wieder aufgeführt und bietet dem modernen Publikum Gelegenheit, eine bedeutsame Komposition aus den frühen Jahren der Unabhängigkeit Mexikos <a href="https://www.youtube.com/watch?v=X6cs_Ku7iaI">kennenzulernen</a>.</p>

<p>150 Jahre nach seinem Tod erweist sich José Antonio Gómez y Olguín weiterhin als zentrale Figur der mexikanischen Musikkultur des 19. Jahrhunderts. Sein Wirken als Komponist, Interpret, Pädagoge, Herausgeber, Verleger und Leiter von Institutionen trugen zur Entfaltung des Musiklebens im unabhängigen Mexiko bei. Die fortlaufende Katalogisierung, Digitalisierung und Verbreitung der erhaltenen Werke von Gómez verspricht nicht nur, den Werdegang eines bemerkenswerten Musikers zu erhellen, sondern auch unsere Kenntnis der musikalischen Vergangenheit Mexikos und ihres Platzes in der Gesamtgeschichte der Musik des 19. Jahrhunderts zu bereichern.</p>

<p><small>Abbildung ganz oben: Titelblatt der handschriftlichen Kopie von Gómez’ Te Deum (1835), RISM-ID 120000586 (<a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism120000586">RISM-Katalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/120000586">RISM Online</a>). Mit freundlicher Genehmigung des Archivo del Cabildo Catedral Metropolitano de México (<a href="https://rism.online/institutions/30005676">MEX-Mc</a>), Signatur AM0843 [A-C]; A0825, <a href="https://archive.org/details/01-am-0810-am-1215-001/%2801%29%20AM%200810%20AM%201215%20001%20.JPG">online verfügbar</a>.</small></p>]]></content><author><name>John G. Lazos</name></author><category term="musical_anniversaries" /><summary type="html"><![CDATA[Nur wenige Musiker prägten im 19. Jahrhundert das Musikleben Mexikos auf so vielfältige Weise wie José Antonio Gómez y Olguín (1805–1876). Als Komponist, Interpret, Pädagoge, Herausgeber, Verleger und Kulturunternehmer zählt er zu den einflussreichsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Die Wiederentdeckung und Katalogisierung der erhaltenen Original-Quellen von Gómez hat unser Verständnis über eine wichtige Epoche der mexikanischen Musikkultur erheblich erweitert und ein Repertoire ans Licht gebracht, das noch vor einer Generation weitgehend unbekannt war.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-07/Gomez_Te_Deum.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-07/Gomez_Te_Deum.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Das RISM Editorial Network stellt sich vor</title><link href="https://rism.info/de/new_at_rism/2026/07/01/Editorial-Network.html" rel="alternate" type="text/html" title="Das RISM Editorial Network stellt sich vor" /><published>2026-07-01T00:00:00+00:00</published><updated>2026-07-01T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/new_at_rism/2026/07/01/Editorial-Network</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/new_at_rism/2026/07/01/Editorial-Network.html"><![CDATA[<p>Das Répertoire International des Sources Musicales (RISM) wurde offiziell 1952 während der ersten Sitzung der Commission Mixte mit Vertretern der International Musicological Society (IMS) und der International Association of Music Libraries (IAML) gegründet. Dieses historisch bedeutsame Treffen fand in Paris statt und dort, in der französischen Hauptstadt mit Sitz in der Bibliothèque nationale, nahm im folgenden Jahr auch das Secrétariat central des RISM seine Arbeit auf. Allerdings zeichnete sich bald ab, dass die umfassende Erfassung der Musikquellen, die die Kriegsjahre überstanden hatten, eine deutlich größere Arbeitskapazität erforderte, und so wurde 1960 in Kassel die RISM-Zentralredaktion eingerichtet. Da das Pariser Secrétariat central in den 1960er Jahren nach und nach seine Tätigkeit einstellte, entwickelte sich auf internationaler Ebene die Kasseler Zentralredaktion zur treibenden Kraft hinter dem gesamten RISM-Projekt, wie die neun umfangreichen Bände der A/I-Serie („Einzeldrucke vor 1800“), veröffentlicht zwischen 1971 und 1981 (später um ein vier Bände umfassendes Supplement und einen Registerband ergänzt), zeigen. Auch wenn die Zentrale des Projekts nach Deutschland verlegt wurde, ist das eigentliche Fundament des RISM bis heute erhalten geblieben: ein internationales Netzwerk an Beitragenden, die die Zentralredaktion kontinuierlich mit Beschreibungen von Quellen aus den jeweiligen Ländern versehen. Dank ihrer Arbeit entwickelte sich das RISM zu jener umfangreichen Schatzkammer an Informationen, wie wir sie heute kennen.</p>

<p>Als sich die Etappe der arbeitsintensiven Herausgabe der A/I-Serie dem Ende näherte, konnte sich die Zentralredaktion (heutzutage meist als RISM Editorial Center bezeichnet) der nächsten großen Herausforderung zuwenden: der Erstellung von Katalogisierungsrichtlinien und eines technischen Rahmenkonzepts für die A/II-Serie „Musikhandschriften nach 1600“. Wie bereits zwei Jahrzehnte zuvor erforderte ein neues Vorhaben einer solchen Größenordnung eine solidere Grundlage, die schließlich durch die Aufnahme der Kasseler RISM-Geschäftsstelle in das sogenannte <em>Akademienprogramm</em> der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften gesichert wurde. Dieses Programm gewährt Unterstützung aus deutschen Landes- und Bundesmitteln speziell für langfristig angelegte Projekte. Mit der Aufnahme der RISM-Zentralredaktion (die 1987 nach Frankfurt am Main umzog) in das <em>Akademienprogramm</em>, wurde diese unter die Schirmherrschaft der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz gestellt.</p>

<p>Während das A/II-Projekt RISM bis heute beschäftigt, gab es in den vergangenen Jahrzehnten im technischen Bereich zahlreiche bedeutende Veränderungen: die erste Mikrofiche-Ausgabe der A/II-Serie (1984), Einführung der PIKaDo-Software zur Quellenkatalogisierung (1990), Veröffentlichung von Quellenbeschreibungen auf CD-ROM (1995), Einführung einer ersten Webdatenbank als Gemeinschaftsprojekt der Zentralredaktion und der RISM-Arbeitsstelle an der Harvard University (1997) sowie der Wechsel der Katalogisierungssoftware von PIKaDo zu Kallisto (2006). Als krönender Abschluss all dieser Entwicklungen wurde 2010 die RISM-Datenbank einer breiten internationalen Öffentlichkeit ohne die Erhebung von Benutzungsgebühren zugänglich gemacht, als der <a href="https://opac.rism.info" target="_blank">RISM OPAC</a> in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek in München und der Staatsbibliothek zu Berlin online gestellt wurde – ein Schritt, der es dem RISM zudem ermöglichte, seine Daten einige Jahre später als Linked Open Data bereitzustellen.</p>

<p>Dennoch war das letzte Jahrzehnt nicht weniger ereignisreich mit der Einführung der Katalogisierungssoftware Muscat für die internationale RISM-Community (2016), der Entwicklung neuer Vorlagen zum Katalogisieren speziell für Noten in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) im Jahr 2018 und der Umstrukturierung der Schweizer RISM-Arbeitsgruppe (den Entwicklern von Muscat) zum RISM Digital Center (2021), was auch zur Entwicklung von <a href="https://rism.online" target="_blank">RISM Online</a> als alternativem Zugang zur internationalen RISM-Datenbank führte.</p>

<p>Es versteht sich von selbst, dass das oben Gesagte nicht mehr als einen sehr groben Überblick über die Geschichte des RISM darstellt – unter anderem bleiben die zahlreichen Veröffentlichungen der B-Serie (die größtenteils von externen Experten und nicht von der Zentralredaktion erstellt wurden) unberücksichtigt. Dennoch verdeutlicht bereits dieser kurze Überblick zwei Punkte von zentraler Bedeutung:</p>

<p>(1) Tiefgreifende Veränderungen – sowohl in Bezug auf die Organisationsstruktur als auch hinsichtlich der Arbeitsabläufe – waren im Lauf der Geschichte des RISM unvermeidlich, gerade damit die ursprünglichen Ziele unter den sich ständig wandelnden Umständen bestmöglich verfolgt werden konnten.</p>

<p>(2) Kooperationen – ob nun zwischen Musikwissenschaftlern und Musikbibliothekaren, wie bereits bei der Gründung des RISM, oder in späteren Jahren zwischen der Zentralredaktion und anderen gleichgesinnten Partnern – haben dem RISM seit jeher in entscheidenden Momenten dabei geholfen, Ziele zu erreichen, die kein institutioneller Akteur hätte im Alleingang erreichen können.</p>

<p>Diese beiden Erkenntnisse sollte man im Hinterkopf behalten, wenn das RISM nun erneut vor einem substantiellen Wandel steht. Zwar konnte die Förderung im Rahmen des <em>Akademienprogramms</em> mehrfach verlängert werden, doch mit dem näherrückenden Ende der letzten Verlängerung stellt die Zentralredaktion – die seit mehr als einem halben Jahrhundert das Zentrum des RISM bildete – Ende Juni 2026 endgültig ihre Tätigkeit ein. Da ihre Aufgaben (Daten- und Normdatenpflege, Fortbildung, Kommunikation usw.) für das RISM weiterhin unerlässlich sind, aber nicht von einer einzelnen Institution vollständig übernommen werden können, haben sich einige langjährige Partner aus verschiedenen Teilen Deutschlands dazu entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und ein RISM Editorial Network zu gründen. Die Mitglieder dieses neuen Netzwerks sind (in alphabetischer Reihenfolge):</p>

<ul>
  <li>Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz</li>
  <li>Bayerische Staatsbibliothek, München</li>
  <li>Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</li>
  <li>Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden</li>
  <li>Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz</li>
</ul>

<p>Mit der Aufteilung der vielfältigen Aufgaben der Zentralredaktion haben diese Partner vereinbart, in Zukunft alle redaktionellen Dienstleistungen sicherzustellen, die benötigt werden, damit die RISM-Community weiterhin Musikquellen in der RISM-Datenbank katalogisieren kann. Die genauen Einzelheiten darüber, welche Aufgaben ein Partner jeweils übernimmt, dürften für die große Öffentlichkeit nur von geringer Bedeutung sein. In den vergangenen Monaten haben wir unser Bestes gegeben, um alle Mitarbeitenden auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten, und wir hoffen sehr, dass der Übergang für alle, die durch die Katalogisierung von Quellen zur RISM-Datenbank beitragen, mit allenfalls geringen Unannehmlichkeiten verbunden sein wird.</p>

<p>In den vergangenen Jahrzehnten lag es in erster Linie in der Verantwortung der Zentralredaktion, für die internationale RISM-Community sowohl den intellektuellen Hintergrund als auch die technische Infrastruktur bereitzustellen. An dieser Stelle in der Entwicklung des RISM müssen wir einen großen Schritt weg von einer eher zentralistischen Struktur hin zu einem Netzwerk kooperierender Institutionen machen – ein Schritt, der im Übrigen sehr gut zur oben skizzierten langen Geschichte des RISM passt. Ab Juli 2026 fällt die Unterstützung der weltweiten RISM-Community – gewissermaßen als Höhepunkt der schrittweisen Veränderungen, die bereits in den letzten Jahren stattgefunden haben – zwei relativ neuen Akteuren zu: dem RISM Editorial Network (als Nachfolger der RISM-Zentralredaktion), an dem sich eine Handvoll maßgeblicher Institutionen in Deutschland beteiligen, und dem RISM Digital Center (als grundlegend neu konzeptionierter Nachfolger der ehemaligen Schweizer RISM-Arbeitsgruppe) mit Sitz in Bern. Die zweifellos signifikante Veränderung in der Gesamtstruktur des RISM fordert uns dazu auf, uns mit etwas komplexeren Arbeitsabläufen auseinanderzusetzen – wobei wir gleichzeitig hoffen dürfen, dass sich langfristig die größere interne Vielfalt auch als Impulsgeber für das RISM erweisen könnte.</p>

<p>In diesem Sinne bitten wir Sie, das neue RISM Editorial Network herzlich willkommen zu heißen. Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns unter <a href="mailto:contact@rism.info">contact@rism.info</a> zu kontaktieren. Unsere alte Kontaktadresse bleibt auch nach dem Übergang erhalten, wie übrigens die meisten Dinge, auf die es bei RISM wirklich ankommt.</p>]]></content><author><name>Balázs Mikusi</name></author><category term="new_at_rism" /><summary type="html"><![CDATA[Das Répertoire International des Sources Musicales (RISM) wurde offiziell 1952 während der ersten Sitzung der Commission Mixte mit Vertretern der International Musicological Society (IMS) und der International Association of Music Libraries (IAML) gegründet. Dieses historisch bedeutsame Treffen fand in Paris statt und dort, in der französischen Hauptstadt mit Sitz in der Bibliothèque nationale, nahm im folgenden Jahr auch das Secrétariat central des RISM seine Arbeit auf. Allerdings zeichnete sich bald ab, dass die umfassende Erfassung der Musikquellen, die die Kriegsjahre überstanden hatten, eine deutlich größere Arbeitskapazität erforderte, und so wurde 1960 in Kassel die RISM-Zentralredaktion eingerichtet. Da das Pariser Secrétariat central in den 1960er Jahren nach und nach seine Tätigkeit einstellte, entwickelte sich auf internationaler Ebene die Kasseler Zentralredaktion zur treibenden Kraft hinter dem gesamten RISM-Projekt, wie die neun umfangreichen Bände der A/I-Serie („Einzeldrucke vor 1800“), veröffentlicht zwischen 1971 und 1981 (später um ein vier Bände umfassendes Supplement und einen Registerband ergänzt), zeigen. Auch wenn die Zentrale des Projekts nach Deutschland verlegt wurde, ist das eigentliche Fundament des RISM bis heute erhalten geblieben: ein internationales Netzwerk an Beitragenden, die die Zentralredaktion kontinuierlich mit Beschreibungen von Quellen aus den jeweiligen Ländern versehen. Dank ihrer Arbeit entwickelte sich das RISM zu jener umfangreichen Schatzkammer an Informationen, wie wir sie heute kennen. Als sich die Etappe der arbeitsintensiven Herausgabe der A/I-Serie dem Ende näherte, konnte sich die Zentralredaktion (heutzutage meist als RISM Editorial Center bezeichnet) der nächsten großen Herausforderung zuwenden: der Erstellung von Katalogisierungsrichtlinien und eines technischen Rahmenkonzepts für die A/II-Serie „Musikhandschriften nach 1600“. Wie bereits zwei Jahrzehnte zuvor erforderte ein neues Vorhaben einer solchen Größenordnung eine solidere Grundlage, die schließlich durch die Aufnahme der Kasseler RISM-Geschäftsstelle in das sogenannte Akademienprogramm der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften gesichert wurde. Dieses Programm gewährt Unterstützung aus deutschen Landes- und Bundesmitteln speziell für langfristig angelegte Projekte. Mit der Aufnahme der RISM-Zentralredaktion (die 1987 nach Frankfurt am Main umzog) in das Akademienprogramm, wurde diese unter die Schirmherrschaft der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz gestellt. Während das A/II-Projekt RISM bis heute beschäftigt, gab es in den vergangenen Jahrzehnten im technischen Bereich zahlreiche bedeutende Veränderungen: die erste Mikrofiche-Ausgabe der A/II-Serie (1984), Einführung der PIKaDo-Software zur Quellenkatalogisierung (1990), Veröffentlichung von Quellenbeschreibungen auf CD-ROM (1995), Einführung einer ersten Webdatenbank als Gemeinschaftsprojekt der Zentralredaktion und der RISM-Arbeitsstelle an der Harvard University (1997) sowie der Wechsel der Katalogisierungssoftware von PIKaDo zu Kallisto (2006). Als krönender Abschluss all dieser Entwicklungen wurde 2010 die RISM-Datenbank einer breiten internationalen Öffentlichkeit ohne die Erhebung von Benutzungsgebühren zugänglich gemacht, als der RISM OPAC in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsbibliothek in München und der Staatsbibliothek zu Berlin online gestellt wurde – ein Schritt, der es dem RISM zudem ermöglichte, seine Daten einige Jahre später als Linked Open Data bereitzustellen. Dennoch war das letzte Jahrzehnt nicht weniger ereignisreich mit der Einführung der Katalogisierungssoftware Muscat für die internationale RISM-Community (2016), der Entwicklung neuer Vorlagen zum Katalogisieren speziell für Noten in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) im Jahr 2018 und der Umstrukturierung der Schweizer RISM-Arbeitsgruppe (den Entwicklern von Muscat) zum RISM Digital Center (2021), was auch zur Entwicklung von RISM Online als alternativem Zugang zur internationalen RISM-Datenbank führte. Es versteht sich von selbst, dass das oben Gesagte nicht mehr als einen sehr groben Überblick über die Geschichte des RISM darstellt – unter anderem bleiben die zahlreichen Veröffentlichungen der B-Serie (die größtenteils von externen Experten und nicht von der Zentralredaktion erstellt wurden) unberücksichtigt. Dennoch verdeutlicht bereits dieser kurze Überblick zwei Punkte von zentraler Bedeutung: (1) Tiefgreifende Veränderungen – sowohl in Bezug auf die Organisationsstruktur als auch hinsichtlich der Arbeitsabläufe – waren im Lauf der Geschichte des RISM unvermeidlich, gerade damit die ursprünglichen Ziele unter den sich ständig wandelnden Umständen bestmöglich verfolgt werden konnten. (2) Kooperationen – ob nun zwischen Musikwissenschaftlern und Musikbibliothekaren, wie bereits bei der Gründung des RISM, oder in späteren Jahren zwischen der Zentralredaktion und anderen gleichgesinnten Partnern – haben dem RISM seit jeher in entscheidenden Momenten dabei geholfen, Ziele zu erreichen, die kein institutioneller Akteur hätte im Alleingang erreichen können. Diese beiden Erkenntnisse sollte man im Hinterkopf behalten, wenn das RISM nun erneut vor einem substantiellen Wandel steht. Zwar konnte die Förderung im Rahmen des Akademienprogramms mehrfach verlängert werden, doch mit dem näherrückenden Ende der letzten Verlängerung stellt die Zentralredaktion – die seit mehr als einem halben Jahrhundert das Zentrum des RISM bildete – Ende Juni 2026 endgültig ihre Tätigkeit ein. Da ihre Aufgaben (Daten- und Normdatenpflege, Fortbildung, Kommunikation usw.) für das RISM weiterhin unerlässlich sind, aber nicht von einer einzelnen Institution vollständig übernommen werden können, haben sich einige langjährige Partner aus verschiedenen Teilen Deutschlands dazu entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und ein RISM Editorial Network zu gründen. Die Mitglieder dieses neuen Netzwerks sind (in alphabetischer Reihenfolge):]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news-old-website/csm_Logo_10_a8cee15968.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news-old-website/csm_Logo_10_a8cee15968.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Die Notensammlung von José Bernardo Alzedo und weitere Quellen aus Peru in RISM</title><link href="https://rism.info/de/library_collections/2026/06/25/Peruvian-Sources.html" rel="alternate" type="text/html" title="Die Notensammlung von José Bernardo Alzedo und weitere Quellen aus Peru in RISM" /><published>2026-06-25T00:00:00+00:00</published><updated>2026-06-25T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/library_collections/2026/06/25/Peruvian-Sources</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/library_collections/2026/06/25/Peruvian-Sources.html"><![CDATA[<p><em>Wir haben den folgenden Beitrag von Giancarlo Carreño Arce (Universidad Nacional de Música, Lima, Peru) erhalten, der im Jahr 2025 die RISM-Katalogisierung von Handschriften in Peru aufgenommen hat.</em></p>

<p>Der Musiker José Bernardo Alzedo (1788–1878) erblickte in Lima, Peru, das Licht der Welt. Bereits in jungen Jahren begann er im Kloster von San Agustín seine musikalische Ausbildung, die er später bei dem Mönch Pascual Nieves im Kloster von Santo Domingo in Lima fortsetzte. Dort lernte er auch die Werke klassischer Komponisten wie Mozart und Haydn kennen. In Lima komponierte er mehrere geistliche Werke, bevor er nach Chile ging, wo er den größten Teil seiner beruflichen Laufbahn an der Kathedrale als Musiker, Kapellmeister und Komponist wirkte. Weiterhin verfasste er musiktheoretische Schriften, patriotische Lieder und Hymnen, darunter 1821 auch die Nationalhymne von Peru (RISM ID Nr. 1001368991; <a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism1001368991" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/1001368991" target="_blank">RISM Online</a>). Die Notensammlung von José Bernardo Alzedo befindet sich heute in der Biblioteca Nacional del Perú.</p>

<div class="float-right">
    
    <img src="/images/news/2026-06/Universidad_Nacional_de_Música.jpg" />
    
</div>

<p>Seit Ende 2025 wurden fast 30 peruanische Quellen aus zwei Institutionen in das RISM aufgenommen: aus der Bibliothek der Universidad Nacional de Música (Bibliothekssigel: PE-Lcnm; (<a href="https://opac.rism.info/id/rismauthorities/rismks30080992" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/institutions/30080992" target="_blank">RISM Online</a>) und der Biblioteca Nacional del Perú  (Bibliothekssigel: PE-Lbnp) (<a href="https://opac.rism.info/id/rismauthorities/rismks30080991" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/institutions/30080991" target="_blank">RISM Online</a>). Zu den Highlights aus der Bibliothek der Universidad Nacional de Música zählen die Ñaupajñejen 
Misa (RISM ID Nr. 1001369897; <a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism1001369897" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/1001369897" target="_blank">RISM Online</a>) von Ulises Lanao de la Haza (1913–1980) und zwei anonym überlieferte Abschriften aus dem 20. Jahrhundert des Hymnus Hanacpachap cussicuinin (RISM ID Nr. 1001365628 (<a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism1001365628" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/1001365628" target="_blank">RISM Online</a>). Es handelt sich hierbei um das früheste gedruckte polyphone Werk in Amerika, veröffentlicht im 17. Jahrhundert von Juan Pérez Bocanegra. Beide Werke enthalten Texte in Anden-Quechua.</p>

<p>Diese Quellen sind nicht nur ein wichtiger Teil des peruanischen Kulturerbes, sie veranschaulichen auch den kulturellen und musikalischen Synkretismus, der infolge der spanischen Kolonialisierung Lateinamerikas entstand.</p>

<p>Die RISM-Katalogisierung von peruanischen Quellen ist noch im Gange. Die bereits erstellten Datensätze sind weltweit abrufbar über <a href="https://rism.online/search?nc=PE&amp;mode=sources&amp;page=1&amp;rows=40" target="_blank">RISM Online</a> und <a href="https://opac.rism.info/rism/Search/Results?lookfor=PE-*&amp;type=LibrarySiglum" target="_blank">RISM Catalog</a>. Digitale Kopien der Ñaupajñejen Misa und zahlreicher anderer Handschriften aus Sammlungen in Peru sind über die Datensätze in der RISM-Datenbank zugänglich.</p>

<p>Abbildungen: Haupteingang der Biblioteca Nacional del Perú und Universidad Nacional de Música in Lima, Peru. Fotos: Giancarlo Carreño, c2026.</p>]]></content><author><name>Giancarlo Carreño Arce</name></author><category term="library_collections" /><summary type="html"><![CDATA[Wir haben den folgenden Beitrag von Giancarlo Carreño Arce (Universidad Nacional de Música, Lima, Peru) erhalten, der im Jahr 2025 die RISM-Katalogisierung von Handschriften in Peru aufgenommen hat.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-06/Biblioteca_nacional_Peru.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-06/Biblioteca_nacional_Peru.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Franz Liszts Donaueschinger Ländler</title><link href="https://rism.info/de/library_collections/2026/06/17/a-l%C3%A4ndler-by-Liszt.html" rel="alternate" type="text/html" title="Franz Liszts Donaueschinger Ländler" /><published>2026-06-17T00:00:00+00:00</published><updated>2026-06-17T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/library_collections/2026/06/17/a-l%C3%A4ndler-by-Liszt</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/library_collections/2026/06/17/a-l%C3%A4ndler-by-Liszt.html"><![CDATA[<p><em>Dieser Beitrag wurde von dem detailreichen Blogeintrag von Wolfgang Seibold: „1843: Liszt in Karlsruhe. BLBlog. https://doi.org/10.58019/4s8s-c334“ (11.03.2026) inspiriert.</em></p>

<p>Nach ausgedehnten Konzertreisen in der Schweiz, in Italien und vor allem in Frankreich begann im Oktober des Jahres 1843 der weithin gefeierte, teils auch dämonisierte und karikierte Klaviervirtuose und Komponist Franz Liszt eine Tournee durch Süddeutschland. Die Konzerte waren ausverkauft und die Presse überschlug sich vor Überschwang über die pianistische Kunstfertigkeit und das dargebotene Repertoire - meistens handelte es sich um Kompositionen aus Liszts Feder, aber auch Werke anderer Komponisten, etwa Ludwig van Beethoven oder Carl Maria von Weber, kamen zur Aufführung.
Am 23. November 1843 erreichte Liszt schließlich die am Rande des Schwarzwalds gelegene Residenzstadt Donaueschingen. Noch am selben Tag wurde er am Hof vorstellig und spielte abends „nach dem Thee“ ein kleines Konzert. Ein Tagebucheintrag der Schlossherrin, Amalie Christine zu Fürstenberg, überliefert das Repertoire, das Liszts am Abend seiner Ankunft zum Besten gab:</p>

<ul>
  <li>Carl Maria von Weber, Aufforderung zum Tanze. Rondo Brillant in Des-Dur, op. 65</li>
  <li>Liszt, Fantaisie des motifs favoris de l’opéra La sonnambula (LW A56)</li>
  <li>Liszt, Ständchen („Leise flehen meine Lieder“), Nr. 7 aus „Schwanengesang“ (LW A49)</li>
  <li>Liszt., Erlkönig, Nr. 4 aus „Lieder von Schubert“ (LW A42)</li>
  <li>und einen nicht näher benannten „schönen Walzer aus Ems“</li>
</ul>

<p>Dazu trug der Tenor Luigi Pantaleoni, mit dem Liszt mehrmals zusammen auftrat, zwei italienische Lieder vor.
Am 24. November verbrachte Franz Liszt den Vormittag mit einer Probe für das abendliche Konzert im Schloss, das in der damals üblichen Weise gestaltet wurde: Mit einem gemischten Repertoire aus Originalkompositionen und Bearbeitungen – Virtuosenstücke, Lieder und Orchesterwerke – sowie mit weiteren Vortragenden neben der Attraktion des Abends, etwa dem bereits erwähnten Tenor Pantaleoni, der Donaueschinger Hofkapelle als Orchester und einzelnen ihrer Mitglieder mit Solo- und Kammermusik.
Am 25. November vermerkte die Fürstin Amalie, dass Liszt ein weiteres Mal zum „Thee“, für den „einige Personen eingeladen“ waren, spielte. Sie erwähnt weiterhin einen „Ländler“, den Liszt für sie komponiert hat. Die Komposition umfasst nur wenige Takte. Bedeutsam für die Nachwelt ist, dass die Fürstin dieses doppelseitig beschriebene Blatt mit Schmuckrand aufbewahrte und dass es seinen Weg von der Donaueschinger Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek in die Badische Landesbibliothek Karlsruhe gefunden hat, wo es heute unter der Signatur Don Mus. Autogr. 39 aufbewahrt (<a href="https://rism.online/sources/450018607" target="_blank">RISM online</a> | <a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism450018607" target="_blank">RISM Catalog</a>) wird. Die Badische Landesbibliothek stellt das musikalische Zeugnis von Liszts Donaueschinger Aufenthalt als Digitalisat der Öffentlichkeit zur Verfügung. Liszt im Übrigen verließ die Residenzstadt bereits am 26. November in aller Frühe in Richtung Karlsruhe, wo er weitere Erfolge feierte.</p>

<p>Abbildung: Ländler - Don Mus. Autogr. 39 : pf; A|b; RaaL 34 / Franz Liszt. (S.l.), 1843 (1843). Quelle: Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Don Mus. Autogr. 39, <a href="https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-20486" target="_blank">https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-20486</a> | <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de" target="_blank">Public Domain Mark 1.0</a></p>]]></content><author><name></name></author><category term="library_collections" /><summary type="html"><![CDATA[Dieser Beitrag wurde von dem detailreichen Blogeintrag von Wolfgang Seibold: „1843: Liszt in Karlsruhe. BLBlog. https://doi.org/10.58019/4s8s-c334“ (11.03.2026) inspiriert.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-06/Liszt-L%C3%A4ndler.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-06/Liszt-L%C3%A4ndler.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">RISM beim IAML-Kongress in Thessaloniki, Griechenland</title><link href="https://rism.info/de/events/2026/06/11/IAML-2026.html" rel="alternate" type="text/html" title="RISM beim IAML-Kongress in Thessaloniki, Griechenland" /><published>2026-06-11T00:00:00+00:00</published><updated>2026-06-11T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/events/2026/06/11/IAML-2026</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/events/2026/06/11/IAML-2026.html"><![CDATA[<p>In diesem Jahr findet der Kongress der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres in <a href="https://iaml2026.gr/" target="_blank">Thessaloniki (Griechenland)</a>  statt.</p>

<p>Unsere <a href="https://rism.info/de/publications/iaml-congresses/2026.html" target="_blank">IAML Thessaloniki-Seite</a> listet die RISM-Veranstaltungen während dieser Woche auf: eine RISM-Session, Arbeitstreffen des Coordinating Committe, der Comissision Mixte und des RISM Consortiums sowie ein zweiteiliger Muscat-Katalogisierungsworkshop.</p>

<p>Am Dienstag, den 30. Juni, bieten wir einen Einführungsworkshop in Muscat, der Katalogisierungssoftware von RISM, an. Der Workshop richtet sich an alle potentiellen RISM-Mitarbeiter sowie weiterhin an alle, die an einem Einblick in die RISM-Katalogisierung interessiert sind. Beide Workshops finden am Vormittag statt und ermöglichen es den Teilnehmern, danach ihre eigenen RISM-Projekte zu starten und direkt zu unserer Datenbank beizutragen. Die Teilnahme ist für Kongressteilnehmer kostenlos, aber die Anzahl der Plätze begrenzt. Bitte melden Sie sich per E-Mail (contact@rism.info) an und bringen Sie einen Laptop mit.</p>

<p>Wir freuen uns darauf, Sie in Thessaloniki zu treffen!</p>]]></content><author><name></name></author><category term="events" /><summary type="html"><![CDATA[In diesem Jahr findet der Kongress der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres in Thessaloniki (Griechenland) statt.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-06/iaml-2026.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-06/iaml-2026.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Gedenken an den 200. Todestag von Carl Maria von Weber</title><link href="https://rism.info/de/musical_anniversaries/2026/06/05/carl-maria-von-weber-commemoration.html" rel="alternate" type="text/html" title="Gedenken an den 200. Todestag von Carl Maria von Weber" /><published>2026-06-05T00:00:00+00:00</published><updated>2026-06-05T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/musical_anniversaries/2026/06/05/carl-maria-von-weber-commemoration</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/musical_anniversaries/2026/06/05/carl-maria-von-weber-commemoration.html"><![CDATA[<p>Der Komponist Carl Maria von Weber verstarb am 5. Juni 1826 im Alter von 40 Jahren in London, wo er wenige Monate zuvor seine letzte Oper <em>Oberon König der Elfen</em> am Haymarket Theatre erfolgreich aufgeführt hatte. Der englische Originaltitel dieses Werkes lautete eigentlich ‘Oberon, or the Elf King’s Oath’; der Librettist James R. Planché bezeichnete sie als ‘a romantic and Fairy opera’. Es gehörte der typisch englischen Gattung der ‘Fairy Opera’ an, bei der neben der Musik auch spektakuläre Maschineneffekte, Zauberszenen, Tanz und pantomimische Darstellungen eine wichtige Rolle spielten, was eine Verbreitung des Werkes außerhalb Englands erschwerte, wie Weber selbst in einem <a href="https://weber-gesamtausgabe.de/en/A002068/Correspondence/A042419.html" target="_blank">Brief</a> an seinen Librettisten schrieb: ‘‘The cut of an english opera is certainly very different from a german one’’. Deshalb ist der <em>Oberon</em> leider wesentlich unbekannter und wird seltener aufgeführt als der populäre <em>Freischütz</em>, Webers bekannteste Oper. Trotz des dramaturgisch ungeschickten Librettos gilt er aber als eines von Webers bedeutendsten musikdramatischen Werken. Einzelne Nummern, etwa die Ouverture oder die große Szene und Arie der Rezia, die sogar von der berühmten Maria Callas eingespielt wurde, sind heute noch häufiger zu hören.</p>

<p>In der RISM-Datenbank sind insgesamt 274 <a href="https://rism.online/search?q=title%3AOberon%20%20creator%3AWeber&amp;mode=sources&amp;page=1&amp;rows=40">Quellen</a> zu Webers Oberon zu finden, darunter autographe Skizzen, Aufführungsmateriale der ganzen Oper, aber auch zahlreiche Bearbeitungen, Variationen und Potpourris einzelner Nummern für verschiedene Besetzungen. Die Abbildung oben zeigt eines von mehreren Skizzenblättern aus dem Nachlass der Familie des Komponisten, die heute in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz verwahrt wird. Es handelt sich um das Gebet des Hüon ‘O ruler of this awful hour’ (RISM ID no. 1001192984; <a href="https://opac.rism.info/search?id=1001192984&amp;View=rism" target="_blank">RISM Catalog</a> | <a href="https://rism.online/sources/1001192984" target="_blank">RISM Online</a>), die Skizze wurde von Weber am 10. April 1826 niedergeschrieben.</p>

<p>Wer sich für Entstehungsgeschichte, die Umstände der Londoner Uraufführung und Zeugnisse zur Rezeption von Webers letzter Oper interessiert, kann die Suchfunktion auf der Webseite der <em>Carl Maria von Weber-Gesamtausgabe</em> nutzen, übrigens einem Projekt, das ähnlich wie RISM von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz gefördert wird. Dort lässt sich die gesamte Korrespondenz Webers, seine Tagebücher und seine veröffentlichte Schriften nach Stichworten durchsuchen. Die <a href="https://weber-gesamtausgabe.de/de/Suche?d=news&amp;d=biblio&amp;d=letters&amp;d=documents&amp;d=places&amp;d=personsPlus&amp;d=writings&amp;d=diaries&amp;d=thematicCommentaries&amp;d=works&amp;q=Oberon" target="_blank">Suche nach dem Begriff ‘Oberon’</a> erzielt insgesamt 1297 Ergebnisse, darunter alleine 86 Tagebucheinträge.</p>

<p>Abbildung:</p>

<p>Carl Maria von Weber, Skizze zum Gebet des Hüon ‘Ruler of this awful hour’ aus <em>Oberon</em>, London, 10.04.1826 (Ausschnitt), Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung, Signatur Mus.ms.autogr. Weber, C. M. v., WFN 2 (2). <a href="https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht/?PPN=PPN1786144506" target="_blank">Bildquelle</a></p>]]></content><author><name></name></author><category term="musical_anniversaries" /><summary type="html"><![CDATA[Der Komponist Carl Maria von Weber verstarb am 5. Juni 1826 im Alter von 40 Jahren in London, wo er wenige Monate zuvor seine letzte Oper Oberon König der Elfen am Haymarket Theatre erfolgreich aufgeführt hatte. Der englische Originaltitel dieses Werkes lautete eigentlich ‘Oberon, or the Elf King’s Oath’; der Librettist James R. Planché bezeichnete sie als ‘a romantic and Fairy opera’. Es gehörte der typisch englischen Gattung der ‘Fairy Opera’ an, bei der neben der Musik auch spektakuläre Maschineneffekte, Zauberszenen, Tanz und pantomimische Darstellungen eine wichtige Rolle spielten, was eine Verbreitung des Werkes außerhalb Englands erschwerte, wie Weber selbst in einem Brief an seinen Librettisten schrieb: ‘‘The cut of an english opera is certainly very different from a german one’’. Deshalb ist der Oberon leider wesentlich unbekannter und wird seltener aufgeführt als der populäre Freischütz, Webers bekannteste Oper. Trotz des dramaturgisch ungeschickten Librettos gilt er aber als eines von Webers bedeutendsten musikdramatischen Werken. Einzelne Nummern, etwa die Ouverture oder die große Szene und Arie der Rezia, die sogar von der berühmten Maria Callas eingespielt wurde, sind heute noch häufiger zu hören.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-06/Oberon_klein.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-06/Oberon_klein.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Privatsammlungen und -bibliotheken - Teil 3</title><link href="https://rism.info/de/new_at_rism/2026/05/28/private-collections-and-libraries-3.html" rel="alternate" type="text/html" title="Privatsammlungen und -bibliotheken - Teil 3" /><published>2026-05-28T00:00:00+00:00</published><updated>2026-05-28T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/new_at_rism/2026/05/28/private-collections-and-libraries-3</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/new_at_rism/2026/05/28/private-collections-and-libraries-3.html"><![CDATA[<p>Im letzten Teil unserer News-Reihe über Privatsammlungen und -bibliotheken möchten wir Sie noch auf eine Neuerung bei der Suche nach Privatsammlungen aufmerksam machen. Wenn Sie auf RISM Online die <a href="https://rism.online/?mode=institutions" target="_blank">Körperschaftendatei</a> aufrufen, können Sie darin unter der Rubrik „Typ der Körperschaft“ den Typ „Privatsammlung“ in der Checkbox anklicken. In einem zweiten Schritt wählen Sie links oben die Schaltfläche „Filter anwenden“. Damit erhalten Sie eine Liste aller 651 Privatsammlungen, die in der RISM-Körperschaftendatei zur Zeit dokumentiert sind. Die sehr große Mehrheit der Einträge weist insgesamt 635 individuelle RISM-Sigel auf. Bei den 16 Einträgen ohne Sigel handelt es sich um Provenienzen, die in den Quellenkatalogisaten als Vorbesitzer gekennzeichnet sind.</p>

<p>Unter den RISM-Sigeln, die Privatsammlungen und -bibliotheken abbilden, befinden sich viele Alteinträge ohne Kontaktinformationen. Da das RISM nicht regelmäßig recherchieren kann, ob es bei den Sigelangaben Veränderungen gegeben hat, ist es definitiv auf die Mitarbeit seiner Nutzer:innen angewiesen. Sollten Sie bei Ihrer täglichen Forscher- und Arbeitsroutine auf Veränderungen bei bestimmten Sigelangaben stoßen, teilen Sie uns dies doch bitte umgehend mit, damit wir unsere Körperschaftendatei so aktuell wie möglich halten können. Dabei ist die Problematik bei den Privatsammlungen, wie in den beiden früheren Newsteilen beschrieben, ganz besonders speziell. Umzüge der Besitzenden, der Verkauf einer ganzen Sammlung oder nur von Teilen daraus, der Tod einer/ eines Besitzenden machen Korrekturen an den Datenbankeinträgen erforderlich.</p>

<p>Teil 1 der Serie “Privatsammlungen und -bibliotheken” finden Sie <a href="https://rism.info/de/new_at_rism/2025/05/15/private-collections-and-libraries-1.html" target="_blank">hier</a>, Teil 2 <a href="https://rism.info/de/new_at_rism/2025/09/18/PrivateCollectionsPart2.html" target="_blank">hier</a>.</p>

<p>Abbildung: Musikdrucke aus  der <a href="https://rism.online/institutions/30080138" target="_blank">Privatsammlung Martin Bierwisch</a> (mit freundlicher Genehmigung).</p>]]></content><author><name></name></author><category term="new_at_rism" /><summary type="html"><![CDATA[Im letzten Teil unserer News-Reihe über Privatsammlungen und -bibliotheken möchten wir Sie noch auf eine Neuerung bei der Suche nach Privatsammlungen aufmerksam machen. Wenn Sie auf RISM Online die Körperschaftendatei aufrufen, können Sie darin unter der Rubrik „Typ der Körperschaft“ den Typ „Privatsammlung“ in der Checkbox anklicken. In einem zweiten Schritt wählen Sie links oben die Schaltfläche „Filter anwenden“. Damit erhalten Sie eine Liste aller 651 Privatsammlungen, die in der RISM-Körperschaftendatei zur Zeit dokumentiert sind. Die sehr große Mehrheit der Einträge weist insgesamt 635 individuelle RISM-Sigel auf. Bei den 16 Einträgen ohne Sigel handelt es sich um Provenienzen, die in den Quellenkatalogisaten als Vorbesitzer gekennzeichnet sind.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2025-05/private-collection-bierwisch_website.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2025-05/private-collection-bierwisch_website.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry xml:lang="de"><title type="html">Der Mai in der Musik</title><link href="https://rism.info/de/events/2026/05/21/The-month-of-May-in-Music.html" rel="alternate" type="text/html" title="Der Mai in der Musik" /><published>2026-05-21T00:00:00+00:00</published><updated>2026-05-21T00:00:00+00:00</updated><id>https://rism.info/events/2026/05/21/The-month-of-May-in-Music</id><content type="html" xml:base="https://rism.info/events/2026/05/21/The-month-of-May-in-Music.html"><![CDATA[<p>„Im wunderschönen Monat Mai“, so beginnt Heinrich Heines Gedicht, mit dessen Vertonung Robert Schumann seinen Liederzyklus „Dichterliebe“ eröffnet. Dieses Kunstlied gehört zu den bekanntesten seiner Art und dürfte auf einem der vorderen Plätze der Nennungen stehen, wenn man nach der Verbindung zwischen Musik und Mai fragt.</p>

<p>Aber die RISM-Datenbank hat zum Monat Mai noch einiges mehr zu bieten. Die Recherche nach Kompositionen zum Thema „Mai” kann bereits in der Kopfzeile unserer Homepage mit einer einfachen Suche beginnen, z.B. mit dem Begriff „Mai“ in den verschiedenen in RISM vertretenen Sprachen (Mai, Maj, May, Maggio etc.). Mit Hilfe des Trunkierungszeichens * lässt sich die Suche auch auf verwandte Worte, etwa das altenglische Verb “maying” (wie in Thomas Morleys berühmtem Madrigal „Now is the month of maying“) oder deutsche Komposita wie ‘Mainacht’ (so der Titel eines Gedichtes von L. C. H. Hölty, u.a. vertont von Johannes Brahms) erweitern. Die Anzeige der Trefferliste erfolgt je nach Auswahl in RISM Online oder im RISM Catalog, die jeweils eine unterschiedliche Anzeige und weitere Vorgehensweisen zur Verfügung stellen.</p>

<p>In beiden Katalogansichten lässt sich die Ergebnisliste in einem zweiten Schritt verfeinern.  Der RISM Catalog bietet auf der linken Seite verschiedene Optionen an, z.B. „Schlagwort“ (etwa: Lied oder Aria), weiterhin Besetzung, Komponist, Quellentyp oder Verleger. RISM Online bietet als Option z.B. auch die Auswahl einer Textsprache an. Wer bereits genauere Vorstellungen des gesuchten Werks hat, kann im RISM Catalog schon im ersten Schritt die “Erweiterte Suche” verwenden, deren Eingabeformular eine Vielzahl von Suchfeldern (u.a. Titel, Komponist, Schlagwort, Incipit, Liturgische Feste) enthält. RISM Online bietet die Möglichkeit, eine individualisierte <a href="https://rism.online/docs/query-builder/introduction/">Abfrage</a> zu erstellen, in der z.B. verschiedene Kategorien miteinander kombiniert oder mehrere Sprachen (hier etwa durch Suchwörter für den Begriff Mai: <a href="https://rism.online/search?q=title%3A%22mai%22%20OR%20%22may%22%20OR%20%22maggio%22&amp;mode=sources&amp;page=1&amp;rows=20" target="_blank">“mai”, “may” und “maggio”</a>) in einer Abfrage abgedeckt werden können.</p>

<p>Durch die unterschiedliche Bedeutung, die manche Begriffe in den verschiedenen Sprachen haben, scheinen auch Titel auf, die nichts mit dem Mai als Monat zu tun haben. So dürfte die Eingabe von „maj“ ebenso Titel hervorbringen, die ein „Maj“ lediglich als Abkürzung für „Majeur“ bei der Angabe einer Tonart ausweisen; “may” ist auch ein englisches Hilfsverb und die Schreibweise „mai“ erscheint häufig als italienischer Verneinungspartikel. Bei Recherche und Sichtung der Treffermenge sollte man also etwas frühlingshafte Energie mitbringen und bereit sein, sich von den Fundstücken überraschen zu lassen - etwa von der Chanson ”La rousé du moys de may” des flämischen Komponisten Johannes de Crespel (<a href="https://rism.online/sources/1001256069" target="_blank">RISM Online</a> | <a href="https://opac.rism.info/id/rismid/rism1001256069" target="_blank">RISM Catalog</a>).</p>

<p>Abbildung: Johannes de Crespel, La rousé du moys de may, in: Recueil des fleurs produictes de la divine Musicque a trois parties, par Clemens Non Papa, Thomas Cricquillon, et aultres excellens Musiciens. Tiers Livre (Löwen 1569), fol. xxiii; bereitgestellt von <a href="https://data.onb.ac.at/rep/132218A9" target="_blank">Österreichische Nationalbibliothek</a></p>]]></content><author><name></name></author><category term="events" /><summary type="html"><![CDATA[„Im wunderschönen Monat Mai“, so beginnt Heinrich Heines Gedicht, mit dessen Vertonung Robert Schumann seinen Liederzyklus „Dichterliebe“ eröffnet. Dieses Kunstlied gehört zu den bekanntesten seiner Art und dürfte auf einem der vorderen Plätze der Nennungen stehen, wenn man nach der Verbindung zwischen Musik und Mai fragt.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://rism.info/images/news/2026-05/2026-05-21-The-month-of-May.jpg" /><media:content medium="image" url="https://rism.info/images/news/2026-05/2026-05-21-The-month-of-May.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry></feed>