Neues Werkverzeichnis zur Instrumentalmusik Johann Adolf Hasses erschienen
Thursday, October 15, 2026
Wolfgang Hochstein - Kennern der Musik des 18. Jahrhunderts bereits als Verfasser des bewährten Katalogs der kirchenmusikalischen Werke von Niccolò Jommelli bekannt - schuf mit seinem Thematisch-systematischen Verzeichnis der unter dem Namen von Johann Adolf Hasse verbreiteten Instrumentalwerke (Stuttgart: Carus-Verlag, 2024, erschienen als Band 5 der Sonderreihe der Hasse-Studien, ISBN 978-3-89948-462-5) ein unverzichtbares und längst überfälliges Nachschlagewerk. Hasse war zu seiner Zeit vor allem als Komponist von Opern und geistlichen Vokalwerken bekannt und verstand sich vermutlich selbst ebenfalls in erster Linie als Vokalkomponist. Doch sind unter seinem Namen zahlreiche Instrumentalwerke überliefert, darunter Cembalomusik, Kammermusikwerke (Solo- und Triosonaten) sowie zahlreiche Solokonzerte, vor allem für Flöte. Einige dieser Werke wurden schon zu Lebzeiten des Komponisten gedruckt, so in London bei dem bekannten Verleger Walsh, der Sammlungen von Triosonaten, Flötenkonzerten und Opernsinfonien Hasses herausgab. Daneben sind vor allem in Schwedischen Sammlungen zahlreiche weitere Werke handschriftlich unter Hasses Namen überliefert, wobei die Frage der Authentizität dieser Werke nicht immer zweifelsfrei zu klären ist.
Johann Adolf Hasse, Konzert G-Dur HocH G.38b für Mandoline, 2 Violinen und Bass, Seite 1. Staatsbibliothek zu Berlin (D-B), Signatur Slg Landsberg 313/8 (RISM ID-no. 1001081891). Bildlink (public domain).
Umso erfreulicher daher der neue Katalog, der etwas Licht in das komplizierte Dickicht der Überlieferung von Hasses Instrumentalmusik bringt. Nur eine ganz kleine Zahl an Werken ist nämlich tatsächlich als Autograph oder durch Widmungsexemplare überliefert und damit eindeutig als authentische Werke Hasses zu bestimmen. Hochstein greift in zahlreichen Fällen auch auf die Vorarbeiten der internationalen RISM-Community zurück, deren Katalogisate er häufig zur Grundlage seiner Arbeit nimmt. Dankenswerterweise werden zu allen Werken die vorhandenen Quellen mit ihren aktuellen RISM-Nummern zitiert, so dass sich Konkordanzen gut auffinden lassen. Wichtig auch die zahlreichen Fällen, in denen etwa als Cembalowerke Hasses überlieferte Stücke durch Vergleiche der Incipits als Bearbeitungen von authentischen Opernouverturen identifiziert werden konnten. Nun sollen sukzessive die Werkverzeichnisnummern Hochsteins, für die die RISM-Redaktion das neue Sigel HocH eingeführt hat, in die vorhandenen RISM-Katalogisate eingearbeitet werden.
Abbildung oben: Johann Adolf Hasse, 6 Concertos set for the Harpsichord or Organ (Bearbeitung von 6 Opernouvertüren), London, Walsh, Exemplar der SLUB Dresden (D-Dl), Signatur Mus.2477.T.1. Bildlink (public domain).
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