Friedrich Gottlieb Klingenberg: Der Hochzeitskomponist

Thursday, November 26, 2020

Biographische Daten zu Friedrich Gottlieb Klingenberg zu finden, gelingt nur über Umwege. Es gibt keinen eigenen Eintrag in den Standardlexika Musik in Geschichte und Gegenwart oder New Grove (weder in den gedruckten Bänden noch in den Online-Versionen). Die Person wird lediglich im Zusammenhang mit der Stadt Stettin (Szczecin) und den Komponisten Dieterich Buxtehude und Martin Heinrich Fuhrmann erwähnt. Peter Tenhaef geht in seinem Buch Gelegenheitsmusik in den “Vitae Pomeranorum” - historische Grundlagen, ausgewählte Werke, Kommentar und Katalog (Frankfurt: Peter Lang 2000; in RISM zitiert unter TenhaefG 2000) am ausführlichsten auf Klingenberg und seine Kompositionen ein.

Der gebürtige Berliner Friedrich Gottlieb Klingenberg (? - 1720, Stettin) studierte bei Dieterich Buxtehude in Lübeck, bevor er die Stelle des Organisten an der Nikolaikirche in Berlin antrat. 1699 erhält Klingenberg mehrere Stellen als Organist in Stettin (St. Jacobi und St. Johannis, ab 1712 St. Gertrud). Vertretungsweise übernimmt er auch Kantorenaufgaben und verfasst Kirchenkantaten, Motetten und Arien. Vor allem letztere komponiert Klingenberg zu zahlreichen Hochzeiten, Traueranlässen oder städtischen Feierlichkeiten. Die Werke weisen eine sehr einheitliche Besetzung mit meist nur einer Vokalstimme und einem kleinen Orchester (mit Gamben und Zinken oder Oboen, Traversflöten und Hörner) auf. Viele davon sind im Druck erschienen. Hierbei waren vor allem die Stettiner Verleger Gabriel Dahl und Hermann Gottfried Effenbarth beteiligt.

Auf der Webseite des 2013 abgeschlosenen Projekts “Gelegenheitsmusik des Ostseeraums vom 16. bis 18. Jahrhundert werden 50 Werke von Klingenberg aufgelistet. Der RISM-Katalog enthält 44 Einträge zu ihm. Die gedruckten Quellen werden heute überwiegend in der Universitätsbibliothek Greifswald (D-GRu) aufbewahrt. Handschriftlich überlieferte Werke von Klingenberg befinden sich in der Universitätsbibliothek Lund und stammen aus der Sammlung Wenster (S-L).

Bisher sind die geistliche Komposition Da Jesus getauft war sowie einige der Hochzeitskompositionen 1937 in der Reihe “Das Erbe deutscher Musik” (Hochzeitsarien und Kantaten Stettiner Meister nach 1700; EDM II/6.1) erschienen. Weitere Gelegenheitskompositionen finden sich im o.g. Buch von Tenhaef ediert.

 

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