Zum 300. Todestag von Joachim Gerstenbüttel

Thursday, April 8, 2021

Gerstenbüttel ist eine Ortschaft im Landkreis Gifhorn (Niedersachsen) - nein, nicht nur. Der Name Gerstenbüttel steht auch für den Komponisten und Kantor Joachim Gerstenbüttel, der am 10. April 1721 in Hamburg starb. Aus Wismar stammend (geb. 1647) studierte er zunächst in Rostock und Wittenberg Theologie, um sich dann 1672 als Musik- und Hauslehrer für Tasteninstrumente und Violine in Hamburg niederzulassen. Drei Jahre später wurde er Kantor am Johanneum und Director musices an den hamburgischen Hauptkirchen. Als seine Hauptaufgabe sah Gerstenbüttel die Reorganisation der Kirchenmusik an und lehnte den seit 1678 agierenden Opernbetrieb konsequent ab. Auch das Aufkommen konzertartiger Darbietungen sah er als Konkurrenz an.

Instrumentalmusik oder gar theatralische Gattungen kennen wir von Gerstenbüttel nicht. Viele Vokalwerke sind verschollen. In der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz sind heute noch 32 Kantaten überliefert, die aus der Sammlung von Heinrich Bokemeyer (1679-1751) stammen. Die an eine liturgische Funktion gebundenen Kompositionen weisen wenig Expressivität oder kunstvolle Gestaltung, dafür aber eine starke Kontextbindung auf. Gerstenbüttel steht mit dieser Position in starkem Gegensatz zum Standpunkt vieler seiner Zeitgenossen, vor allem auch seines Amtsnachfolgers Georg Philipp Telemann.

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