Neuanschaffungen für unser Bücherregal in 2021

Monday, August 30, 2021

Neu in unserem Bücherregal stehen seit kurzem weitere Publikationen, die für unsere Arbeit bei der Erfassung der Musikquellen unabdingbar sind.

Stefan Antweiler: Ein vergessener Komponist. Der Schumann-Zeitgenosse W. E. Scholz. Bibliographisch-thematisches Verzeichnis. Köln: Are, 2019. 340 S. ISBN 978-3-9245-2277-3. RISM-Kurztitel: SchzWV.

Erstmals beschäftigt sich jemand mit dem Schumann-Zeitgenossen. Wilhelm Eduard Scholz (1807/08-1866) wirkte als Kapellmeister am Hof des Fürsten August zu Hohenlohe-Oehringen in Oberschlesien. Antweiler trägt sowohl biographische Aspekte als auch Informationen über alle verfügbaren Werke zusammen. Einmal Korrekturlesen oder ein echtes Lektorat wären für diese Publikation wünschenswert gewesen, denn schon auf dem Einband heißt es “Bibliograpisch” anstelle von “Bibliographisch”.

Axel Beer: Das Leipziger Bureau de Musique (Hoffmeister & Kühnel, A. Kühnel). Geschichte und Verlagsproduktion (1800-1814), unter Benutzung von Vorarbeiten von Klaus Burmeister. München und Salzburg: Katzbichler, 2020. XXIV, 956 S. ISBN: 978-3-87397-162-2. RISM-Kurztitel: BeerB 2020.

Die Gründung des Bureau de Musique durch Franz Anton Hoffmeister und Ambrosius Kühnel gegen Ende des Jahres 1800 ist eine einschneidende Entscheidung für das Musikverlagswesen des frühen 19. Jahrhunderts gewesen. Mehr als 1100 Titel wurden bis 1814 publiziert. Jede einzelne Veröffentlichung - mehr als 95 % davon konnten physisch ermittelt werden - wird in diesem Band ausführlich beschrieben. Hinzukommen Presseanzeigen und Fundorte, vor allem aber auch Ausschnitte aus der Korrespondenz zwischen Verlag und den Komponisten sowie weiterer beteiligter Personen. Spezielle Kapitel wenden sich der Zusammenarbeit des Verlags mit seinen Komponisten zu, weiterhin den Werbemaßnahmen, Handelsbeziehungen, den rechtlichen Verhältnissen, der Betriebsorganisation und nicht zuletzt der Herstellung und Ausstattung der Notendrucke. Dieses Standardwerk zur Leipziger Verlagsgeschichte behandelt auf über 900 Seiten lediglich einen Zeitraum von nur 15 Jahren. Das lässt die Frage aufkommen: Wie viele Bände folgen da noch?

Johan van Kalker: Fünf deutsche Klarinettisten des 19. Jahrhunderts. Carl Andreas Göpfert, Heinrich Backofen, Heinrich Neumann, Heinrich Baermann und Simon Hermstedt: Biografien - Werkverzeichnisse - Dokumente. Musikwissenschaftliche Schriften 54. Zweite überarbeitete und wesentlich vermehrte Ausgabe. München: Katzbichler, 2020. X, 275 S. ISBN: 978-3-86988-218-5. RISM-Kurztitel: KalK|2.

Hierbei handelt es sich um die zweite erweiterte Ausgabe zu Johan van Kalker: Carl Andreas Göpfert, Heinrich Backofen und Heinrich Neumann: drei Klarinettisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Göttingen: Hainholz, 2012); RISM-Kurztitel: KalK) mit drei Anhängen: Anhang A - Ludwig Bechsteins Roman “Clarinette”, Anhang B - Sohn Edmund Neumann: Werkverzeichnis, Anhang C - Baermann und Hermstedt im Vergleich.

Die Kapitel zu den fünf Klarinettisten gliedern sich jeweils in Lebenslauf, Werkverzeichnis, Literatur und Quellen sowie Anlagen. Heinrich Baermann (1784-1847) und Simon Hermstedt (1778-1846) waren sehr viel auf Konzertreisen und traten manchmal kurz nacheinander am selben Ort auf. Die Rezensionen der Fachpresse veranlassten den Autor daher zu Anhang C. Im Anhang A versucht van Kalker den Protagonisten “Heinrich” in Ludwig Bechsteins Roman Clarinette aus dem Jahr 1840 zu verifizieren

Christoph Teichner: Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke Ignaz Franz von Beeckes (1733–1803). Musik in Baden-Württemberg. Quellen und Studien (MBWQS) 11. Berlin: Metzler, 2020. 730 S. ISBN: 978-3-662-62578-1. RISM-Kurztitel: BEEV. Individual chapters and preview available here.

Ignaz Franz von Beecke (1733–1803), Pianist und Komponist, diente zeitlebens dem fürstlichen Haus Oettingen-Wallerstein. Mit dieser Publikation legt Teichner das erste vollständige Werkverzeichnis zu Ignaz Franz von Beecke vor. In den bisherigen Veröffentlichungen waren nur Teilbereiche seines Oeuvre berücksichtigt worden. Stellvertretend seien hier genannt: Friedrich Munter, Ignaz von Beecke und seine Instrumentalkompositionen (Dissertation, München 1921, maschinenschriftlich) und Helmut Scheck, Die Vokalkompositionen von Ignaz von Beecke (München 1961, maschinenschriftlich). Weiterhin fanden Beeckes Kompositionen Eingang bei Ingo Gronefeld, Die Flötenkonzerte bis 1850. Ein thematisches Verzeichnis (Tutzing, 1992-1995).

Teichner verzeichnet sämtliche 334 Musikwerke mit aussagekräftigen Notenbeispielen. Der Aufbau des thematischen Katalogs gliedert sich nach Werkgruppen von I = Klaviersonaten (BEEV 1-60) bis XII = Kirchenmusik (BEEV 323-334). Innerhalb der Werkgruppen erfolgt die Anordnung nach Tonarten, bei gleicher Tonart chronologisch (soweit möglich), bei Vokalmusik alphabetisch nach Textanfang. Die BEEV-Nummerierung ist fortlaufend für alle Kompositionen. Enthalten ist auch eine biographische Skizze auf Basis von über 400 ausgewerteten Archivalien.

Wir freuen uns immer, wenn Sie uns auf Ihre Publikationen hinweisen oder uns sogar ein kostenloses Exemplar zukommen lassen können.

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