Jean-Baptiste Lully @ RISM

Martina Falletta

Wednesday, March 21, 2012

Jean-Baptiste Lully wurde als Giovanni Battista Lulli am 28. November 1632 in Florenz geboren, war aber den größten Teil seines Lebens für König Ludwig XIV. tätig. 1661 wurde er französischer Bürger. Seine Karriere am französischen Hof begann Lully zunächst als Tänzer bis ihm 1657 mit dem „Ballet de l’amour malade“ auch der Durchbruch als Komponist gelang. 1664 begann die fruchtbare Zusammenarbeit mit Molière. Bis 1671 schufen Molière und Lully die musikalisch immer anspruchsvoller werdenden Comédie-ballets für den Hof und die großen Hoffeste in Versailles. Lully standen zeitweise 54 Instrumentalisten und 16 Sänger zur Verfügung. Später kaufte er der Académie royale de musique das Opernprivilieg ab und es schlossen sich die erfolgreichsten Jahre Lullys an. Bis 1686 wurde jedes Jahr eine neue Tragédie en musique aufgeführt. Lullys tragisches Ende ist hinlänglich bekannt: Er verletzte sich bei einer Aufführung seines Te Deum mit dem spitzen Dirigierstab am Fuß und starb an den Folgen einer Infektion in Paris. Sein Todestag jährt sich am 22. März zum 325. Mal.

Die Formen, die Lully dem Ballett, der Oper und der geistlichen Musik gab, wurden nach seinem Tod nicht angetastet. Auch ein Text, den Lully bereits vertont hatte, wurde nicht noch einmal für die Bühne verwendet. Erst ca. 100 Jahre nach seinem Tod wurden die Traditionen von einer neuen Komponistengeneration aufgebrochen.

Kaum eines der von 1657 bis 1687 komponierten Werke Lullys ist im Autograph erhalten. Die Quellenlage gehört zu den kompliziertesten, die es in der Musikgeschichte gibt. Für die frühen Opern, Ballette und Comédies-ballets sind fast keine Aufführungsmaterialien und Abschriften aus der Lebenszeit des Komponisten erhalten. Erst mit der Drucklegung der Opern (Isis 1677, Bellérophon 1679) wird die Quellenlage übersichtlicher. Alle in der Académie aufgeführten Werke (einzige Ausnahme: Alceste) erschienen im Partiturdruck, einige posthum und die meisten zusätzlich ab 1708 als partition réduite. Die RISM Serie A/I verzeichnet 145 Drucke mit Kompositionen Lullys. Im RISM Online-Katalog werden knapp 2400 Nachweise angezeigt. Hier fehlen allerdings noch die meisten französischen Quellen. Diese sind zum Teil unter www.gallica.bnf.fr recherchierbar.

Einen guten Überblick über die Person Lully und seine Werke bietet die sehr ausführliche und informative französische Website http://sitelully.free.fr/

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