Gedenken an den 200. Todestag von Carl Maria von Weber
Friday, June 5, 2026
Der Komponist Carl Maria von Weber verstarb am 5. Juni 1826 im Alter von 40 Jahren in London, wo er wenige Monate zuvor seine letzte Oper Oberon König der Elfen am Haymarket Theatre erfolgreich aufgeführt hatte. Der englische Originaltitel dieses Werkes lautete eigentlich ‘Oberon, or the Elf King’s Oath’; der Librettist James R. Planché bezeichnete sie als ‘a romantic and Fairy opera’. Es gehörte der typisch englischen Gattung der ‘Fairy Opera’ an, bei der neben der Musik auch spektakuläre Maschineneffekte, Zauberszenen, Tanz und pantomimische Darstellungen eine wichtige Rolle spielten, was eine Verbreitung des Werkes außerhalb Englands erschwerte, wie Weber selbst in einem Brief an seinen Librettisten schrieb: ‘‘The cut of an english opera is certainly very different from a german one’’. Deshalb ist der Oberon leider wesentlich unbekannter und wird seltener aufgeführt als der populäre Freischütz, Webers bekannteste Oper. Trotz des dramaturgisch ungeschickten Librettos gilt er aber als eines von Webers bedeutendsten musikdramatischen Werken. Einzelne Nummern, etwa die Ouverture oder die große Szene und Arie der Rezia, die sogar von der berühmten Maria Callas eingespielt wurde, sind heute noch häufiger zu hören.
In der RISM-Datenbank sind insgesamt 274 Quellen zu Webers Oberon zu finden, darunter autographe Skizzen, Aufführungsmateriale der ganzen Oper, aber auch zahlreiche Bearbeitungen, Variationen und Potpourris einzelner Nummern für verschiedene Besetzungen. Die Abbildung oben zeigt eines von mehreren Skizzenblättern aus dem Nachlass der Familie des Komponisten, die heute in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz verwahrt wird. Es handelt sich um das Gebet des Hüon ‘O ruler of this awful hour’ (RISM ID no. 1001192984; RISM Catalog | RISM Online), die Skizze wurde von Weber am 10. April 1826 niedergeschrieben.
Wer sich für Entstehungsgeschichte, die Umstände der Londoner Uraufführung und Zeugnisse zur Rezeption von Webers letzter Oper interessiert, kann die Suchfunktion auf der Webseite der Carl Maria von Weber-Gesamtausgabe nutzen, übrigens einem Projekt, das ähnlich wie RISM von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz gefördert wird. Dort lässt sich die gesamte Korrespondenz Webers, seine Tagebücher und seine veröffentlichte Schriften nach Stichworten durchsuchen. Die Suche nach dem Begriff ‘Oberon’ erzielt insgesamt 1297 Ergebnisse, darunter alleine 86 Tagebucheinträge.
Abbildung:
Carl Maria von Weber, Skizze zum Gebet des Hüon ‘Ruler of this awful hour’ aus Oberon, London, 10.04.1826 (Ausschnitt), Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung, Signatur Mus.ms.autogr. Weber, C. M. v., WFN 2 (2). Bildquelle: (https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht/?PPN=PPN1786144506){:blank}
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