„Marking Music“: Konferenz des Projekts „Dormeme“ zum Gebrauch von Notenbüchern im frühneuzeitlichen Europa
Thursday, April 9, 2026
Das Akronym DORMEME steht für „Dissemination, Ownership, and Reading of Music in Early Modern Europe“ (Verbreitung, Besitz und Gebrauch von Musiknoten im frühneuzeitlichen Europa). Das interdisziplinär angelegte Projekt unter der Leitung von Dr. Elisabeth Giselbrecht am King’s College London konzentriert sich auf erhaltene Ausgaben polyphoner Musik, die zwischen 1500 und 1545 in ganz Europa gedruckt wurden, und wirft vielfältige Fragen zum Gebrauch dieser Drucke auf: Wem gehörten Notenbücher und wer benutzte sie? Wer hatte Zugang zu Notendrucken, wie sind diese Personen mit ihnen umgegangen und zu welchem Zweck? Vor dem Hintergrund, dass in der fraglichen Epoche ein deutlicher Zuwachs an musikalischer Bildung zu verzeichnen ist, möchte das Projekt DORMEME den wissenschaftlichen Fokus von der Herstellung von Notenausgaben hin zu deren Rezeption verlagern und bietet Einblicke in verschiedene Bereiche des Musizierens, die vom autodidaktisch erlernten Instrumentalspiel bis zur Mitwirkung in größeren Ensembles reichen. Weiterhin entsteht eine Datenbank, um Eigentumsvermerke und Anmerkungen in gedruckten Notenausgaben aus der betreffenden Zeit zu erfassen. Weitere Informationen bietet die Projekt-Website.
Die erste Konferenz von DORMEME findet am 11. und 12. Mai 2026 unter dem Titel „Marking Music: The Use of Music Books in Early Modern Europe“ statt. Die Anmeldung ist über diesen Link bis zum 12. April möglich. Obwohl die Konferenz als Präsenzveranstaltung im King’s Building, Strand Campus, Strand, London stattfindet, besteht die Möglichkeit, den Vorträgen über eine Fernteilnahme beizuwohnen; Interessierte kontaktieren bitte vor dem 13. April 2026 per E-Mail Louisa Hunter-Bradley unter louisa.hunter-bradley@kcl.ac.uk. Das vorläufige Programm ist abrufbar über den oben stehenden Anmeldelink und verspricht differenzierte Einblicke in das Musikleben des 16. Jahrhunderts in ganz Europa. An der abschließenden Podiumsdiskussion werden auch Claudio Bacciagaluppi und Laurent Pugin vom RISM Digital Center (Bern) teilnehmen.
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