RISM: How is it good for musicians?

Thursday, December 16, 2021

Wie ihr mehrsprachiger Name schon andeutet, ist die Association Européenne des Conservatoires, Académies de Musique et Musikhochschulen bestrebt, die Interessen der höheren Bildungseinrichtungen für Musik auf internationaler Ebene zu vertreten. Neben ihren jährlichen Kongressen organisiert die AEC mehrere Veranstaltungen, die sich spezifischeren Bereichen widmen, zuletzt die Early Music Platform 2021, die am 8. und 9. Oktober in Trossingen stattfand. Unter dem Titel “Historically Informed Performance - Is it enough to be just ‘informed’?” bot das Treffen Vorträge und Diskussionen in verschiedenen Formaten, von denen die wichtigsten auch online gestreamt wurden, um denjenigen, die nicht persönlich teilnehmen konnten, die Teilnahme zu erleichtern.

In Übereinstimmung mit dem allgemeinen Thema wurde RISM an beiden Konferenztagen besondere Aufmerksamkeit zuteil. Auf Initiative von Nicole Schwindt, emeritierte Professorin an der Musikhochschule Trossingen und Präsidentin von RISM Deutschland, bot unsere Kollegin Jennifer Ward im Vorfeld der Konferenz einen Workshop an, der speziell auf die Bedürfnisse von ausübenden Musikern ausgerichtet war: “Hands-on course: How to use the RISM database effectively.”

Im Rahmen der letzten Plenarsitzung “Challenging Assumptions” ging Nicole Schwindt in einem Vortrag mit dem Titel “RISM - How is it good for musicians?” auf dieses Thema ein. Der Vortrag lieferte viele Denkanstöße sowohl für aktive Musiker als auch für deren Lehrer, die darauf achten sollten, die digitale Kompetenz ihrer Schüler zu verbessern, indem sie sie auf die gezielten Suchmöglichkeiten der RISM-Datenbank aufmerksam machen. Wie Professorin Schwindt betonte, ist die unendliche Zugänglichkeit von digitalisierten Quellen über das Internet nur eine Illusion. Musiker sollten sich bewusst sein, dass sie, wenn sie bei der Zusammenstellung ihres Repertoires autonome Entscheidungen treffen wollen, über die allgemeine Suche hinausgehen müssen, deren scheinbar zufällige Ergebnisse in Wirklichkeit von einer Reihe politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen bestimmt werden, die im Hintergrund ablaufen.

Sie argumentierte, dass der kritische Blick von ausgebildeten Musikern in Zukunft noch wichtiger werden sollte, da die Masse an digitalen Informationen die wissenschaftliche Forschung in Richtung Big Data treiben kann und es daher an der lang entwickelten Expertise und kreativen Vorstellungskraft von Musikern liegen könnte, das Gleichgewicht zu halten.

Die Präsentation enthielt auch einige ernüchternde Erkenntnisse, die aus einer kleinen Umfrage unter ausübenden Musikern gewonnen wurden und die darauf hindeuten, dass diejenigen, denen eine eher wissenschaftliche Komponente in ihrem Bildungshintergrund fehlt, RISM nur selten nutzen - eine Tendenz, gegen die die Musikhochschulen und RISM gemeinsam vorgehen sollten.

In der Zwischenzeit ist eine Aufzeichnung des Vortrags von Nicole Schwindt verfügbar, und wir empfehlen wärmstens, ihn in seiner Gesamtheit anzuhören (mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht):

 
 

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Kategorie: Veranstaltungen


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